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Streit um Spritverbrauch der Autos flammt vor IAA wieder auf

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08.09.2005

Der Benzinverbrauch bei deutschen Neuwägen liegt bei durchschnittlich 7,4l/100km - noch zu hoch meint Jürgen Resch vom DUH. (Foto: Getty Images)
Der Benzinverbrauch bei deutschen Neuwägen liegt bei durchschnittlich 7,4l/100km - noch zu hoch meint Jürgen Resch vom DUH. (

Foto: Getty Images)

Frankfurt/Main - Mit Blick auf die rasant gestiegenen Ölpreise haben deutsche Umweltschützer EU-weite Höchstgrenzen für den Spritverbrauch neuer Autos verlangt. Da die Selbstverpflichtung der europäischen Autobranche zur Verbrauchsdrosselung gescheitert sei, müsse nun die bereits angedrohte verbindliche Vorgabe der EU in Angriff genommen werden, erklärte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am Donnerstag in Berlin. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) wies die Vorwürfe zurück. Unterdessen bescheinigt eine Studie der neuen, spritsparenden Hybrid-Antriebstechnologie größere Marktchancen als erwartet.

Um eine bereits 1999 debattierte EU-Vorgabe abzuwenden, hatten sich europäische Autobauer verpflichtet, bis 2008 den Benzinverbrauch bei Neuwagen auf durchschnittlich 5,8 Liter Benzin je 100 Kilometer zu senken. Derzeit liege der Verbrauch deutscher Neuwagen jedoch bei etwa 7,4 Liter. Der Rückstand sei bis 2008 nicht wettzumachen, zumal für die Internationale Automobilausstellung (IAA), die nächste Wochen in Frankfurt am Main beginnt, weitere Spritfresser als Neuheiten angekündigt seien, sagte DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch.

Er beklagte, gerade die deutsche Autoindustrie verpasse erneut einen Zukunftstrend. Auf der Liste des Verkehrsclubs Deutschland mit den zehn umweltverträglichsten Autos finde sich allein noch ein Opel Corsa als deutscher Wagen; alle anderen seien aus ausländischer Produktion. Der umweltfreundliche Hybridantrieb sei ursprünglich eine deutsche Entwicklung. Doch werde er erfolgreich derzeit ausschließlich von asiatischen Autobauern vermarktet. Der deutsche Entwicklungsrückstand betrage inzwischen zehn Jahre.

Der VDA warf der Umweltschutzorganisation vor, pünktlich zur IAA wieder Stimmung gegen die deutsche Autoindustrie zu machen. «Die deutsche Automobilindustrie erfüllt ihre nationale Zusage zur Senkung des Durchschnittsverbrauchs neuer Pkw um 25 Prozent bis 2005: Versprochen gehalten», erklärte der Verband. Für die Zeit zwischen 2008 und 2012 habe der VDA ein ganzes Maßnahmenbündel vorgeschlagen, das von der weiteren Innovation im Antriebsbereich über regenerative Biokraftstoffe bis hin zur Fahrerschulung reiche. «Das Ziel der DUH ist letztlich: verbieten, quotieren, besteuern. Das grenzt schon an die Ideenwelt des Dosenpfands. Wir lassen den Versuch, erfolgreiche Produkte schlecht zu reden, nicht zu. Eine Politik der staatlichen Produktlenkung lehnen wir entschieden ab», erklärte der Branchenverband.

Marktpotenzial unterschätzt

Die hohen Ölpreise haben die Marktchancen für die neue spritsparende Hybridtechnik enorm gesteigert. Lange Zeit in Europa nur stiefmütterlich behandelt, werde der Hybridantrieb jetzt zum Liebling der europäischen Autohersteller, heißt es in einer am Donnerstag in Frankfurt am Main vorgestellten Studie der Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC). «Im Jahr 2010 rechnen wir weltweit mit 74 Modellen und einer Gesamtverkaufszahl von rund einer Million Hybridfahrzeugen.» Noch sei Japan dominierend bei Produktion und Absatz von Hybridfahrzeugen (Marktanteil über 70 Prozent), doch europäische und nordamerikanische Fahrzeughersteller hätten inzwischen zur Aufholjagd angesetzt.(AP)

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