Aktuelle Nachrichten – Welt
19.10.2009
Kabul – Die innenpolitische Krise nach der Präsidentenwahl in Afghanistan spitzt sich zu. Die Unabhängige Wahlkommission, die von Anhängern des Amtsinhabers Hamid Karsai dominiert wird, weigert sich dem Vernehmen nach, die Ergebnisse der von den UN unterstützen Beschwerdekommission (ECC) anzuerkennen. Die ECC untersuchte Vorwürfe des Wahlbetrugs. Gewährsleuten zufolge kam sie zu dem Schluss, dass Karsai im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit erreicht hat. Damit wäre eine Stichwahl nötig.
Die Erkenntnisse der Beschwerdekommission seien „unumstößlich“, sagte ein internationaler Vertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, weil die ECC ihren Bericht noch nicht veröffentlicht hat. Die Unabhängige Wahlkommission, der die Verkündung des amtlichen Endergebnisses obliegt, akzeptiere die Zahlen allerdings nicht, hieß es am Montag weiter. Karsais Sprecher Wahid Omar erklärte, der Präsident werde sich nicht verpflichten, das Ergebnis anzuerkennen, bevor es veröffentlicht sei.
Nach dem Mitte September veröffentlichten vorläufigen Ergebnis kam Karsai bei der Wahl am 20. August auf knapp 55 Prozent, der zweitplatzierte Abdullah Abdullah erreichte 28 Prozent. Wegen der Betrugsvorwürfe wurde ein Teil der Stimmen neu ausgezählt. (AP)
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