Konjunktur – Stromversorger langen zum Jahreswechsel kräftig zu – DAPD
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Stromversorger langen zum Jahreswechsel kräftig zu

DAPD

30.11.2007

Hochspannungsleitungen am Kernkraftwerk in Philippsburg. Rund ein Drittel der Stromversorger in Deutschland erhöt einem Bericht zufolge in den kommenden Wochen die Preise. (AP Photo/Daniel Roland)
Hochspannungsleitungen am Kernkraftwerk in Philippsburg. Rund ein Drittel der Stromversorger in Deutschland erhöt einem Bericht zufolge in den kommenden Wochen die Preise. (AP Photo/Daniel Roland)

Frankfurt/Main – Millionen Haushalte in Deutschland müssen sich in den kommenden Wochen auf weiter steigende Strompreise einstellen. Bundesweit will mehr als ein Drittel der Stromversorger die Preise um über 30 Prozent anheben, wie das Verbraucherportal Verivox ermittelt hat. Damit zahle eine Kleinfamilie ab 1. Januar im Durchschnitt 855 statt bisher 804 Euro bei einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden. Dies entspricht einer Erhöhung von 6,6 Prozent seit Jahresbeginn 2007, wie Verivox am Freitag weiter berichtete.

Den Anfang machen den Experten zufolge einige Anbieter schon zum 1. Dezember. Mindestens 318 weitere Versorger folgen zum Jahreswechsel. Besonders hart trifft es dabei Verbraucher in Bayern, die Preissteigerungen von bis zu 34,2 Prozent verkraften müssen, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf Verivox berichtete. Bei der Untersuchung von insgesamt knapp 870 Versorgern stellte Verivox nur bei zwei Anbietern Preisrückgänge von 1,5 beziehungsweise 1,7 Prozent fest.

Seit 1. Juli sind Grundversorger gesetzlich dazu verpflichtet, Preisänderungen mindestens sechs Wochen im Voraus zu veröffentlichen. Stichtag für Erhöhungen zum Jahreswechsel war laut Verivox der 19. November. „Mit der neuen Informationspflicht hat der Gesetzgeber den Verbrauchern die Möglichkeit gegeben, frühzeitig durch einen Anbieterwechsel auf Preissteigerungen zu reagieren“, sagte Verivox-Chefredakteur Thomas Stollberger. Wer diese Chance nicht nutze, verschenke viel Geld.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos kritisierte die angekündigten Strompreiserhöhungen. „Lasst die Tassen im Schrank“, mahnte er die Energiekonzerne in der Haushaltsdebatte des Bundestags. „Das muss nicht so sein“, sagte der CSU-Politiker.

Oettinger ruft Kunden zum Wechsel des Anbieters auf

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger rief die Verbraucher zum Umdenken auf. Die Kunden hätten „noch immer einige Möglichkeiten des Wechsels“, sagte der CDU-Politiker in Berlin. Es gebe auch deswegen zu wenig Markt, „weil der Verbraucher derzeit noch nicht von den Möglichkeiten, die er hat, entsprechend Gebrauch macht“.

Oettingers thüringischer Amtskollege Dieter Althaus (CDU) sagte, das Problem sei „nicht so ganz einfach, und natürlich auch von der europäischen und internationalen Entwicklung abhängig.“ Er denke schon, dass die entsprechende Regulierung vorgenommen werde, „damit die Verbraucher maximal geschützt werden.“ Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) begrüßte, dass die Vorgänge auf dem Strommarkt kartellrechtlich geprüft werden.

Verivox rät den Kunden, bei der Auswahl eines neuen Anbieters auf bestimmte Kriterien zu achten. Dazu gehöre unter anderem eine Preisgarantie bei längeren Vertragslaufzeiten von maximal einem Jahr bei einer Kündigungsfrist von längstens drei Monaten. Nicht zuletzt kann auch der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter sinnvoll sein, da auch hier die Preise laut Verivox häufig unter denen des lokalen Versorgungsunternehmens liegen.

http://www.verivox.de

http://www.verbraucherzentrale.de/stromwechsel (AP)

 

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