Pflege – Studie: "Qualität in der Pflege" wirft Licht auf Gewalt in der Pflege – Johann Tischewski
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Pflegefälle oft Opfer Studie: "Qualität in der Pflege" wirft Licht auf Gewalt in der Pflege

Johann Tischewski

10.05.2012

Jeder Fünfte hat aggressives Verhalten in der Pflege erlebt. Foto: Damaris  / pixelio.de
Jeder Fünfte hat aggressives Verhalten in der Pflege erlebt.

Foto: Damaris / Pixelio

Berlin – Gewalt in der Pflege ist offenbar ein häufig auftretendes Phänomen. Jeder fünfte Deutsche hat bereits "aggressives oder gewalttätiges Verhalten" in einer Pflegesituation erlebt, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervorgeht. Von den Befragten mit intensiver Pflegeerfahrung sind es sogar mehr als ein Drittel.

Allerdings wüssten nur wenige, welche Hilfsangebote im Notfall genutzt werden könnten, heißt es in einer Mitteilung des ZQP. Zwar ließen sich knapp die Hälfte der Menschen gerne professionell beraten, wenn sie gewalttätige Handlungen in einer Pflegesituation beobachteten oder selbst erlebten. Aber 65 Prozent wüssten nicht, wohin sie sich bei konkretem Bedarf wenden könnten. Nur jeder Zehnte würde hierbei einen Pflegestützpunkt einbeziehen.

Bessere Beratung gefordert

Die Bereitschaft der Befragten, ihre eigenen Angehörigen im häuslichen Umfeld zu pflegen, ist auch vor diesem Hintergrund hoch. Befragt wurden 1.000 Personen ab 16 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet. Mehr als 60 Prozent der Teilnehmer gaben demnach an, dass die anstrengende Pflegesituation daheim kein Grund wäre, die Angehörigen in stationäre Pflege zu geben – sofern allerdings konkrete Angebote zur Entlastung vorhanden wären.

Die Umfrage verdeutliche, dass der Aufklärungsbedarf zum Thema Gewalt in der Pflege erheblich sei, sagte ZQP-Chef Ralf Suhr. Er forderte deshalb "mehr spezielle Beratungsangebote, die ein frühzeitiges Erkennen und die Intervention bei derartigen Krisenfällen in der Pflege ermöglichen". Diese Angebote müssten vor allem präventiv wirken, um die Versorgungsqualität im Sinne der Betroffenen zu verbessern.

(dapd)

 

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