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Umstellung der Studienabschlüsse Studium à la Bolognese

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03.05.2011

Bundesbildungsministerin Annette Schavan  rief eine nationale Bologna-Konferenz ins Leben, die am kommenden Freitag zum zweiten Mal zusammenkommen wird. Foto: Jan Pittmann/AP Photo
Bundesbildungsministerin Annette Schavan rief eine nationale Bologna-Konferenz ins Leben, die am kommenden Freitag zum zweiten Mal zusammenkommen wird.

Foto: Jan Pittmann/AP Photo

Berlin – In Europa läuft seit Jahren eine große Hochschulreform, um Studienabschlüsse zu vereinheitlichen. 1999 einigten sich die europäischen Bildungsminister im norditalienischen Bologna auf dieses Vorhaben – deshalb der Name Bologna-Prozess. Ziel der Reform ist ein zweistufiges System von Studienabschlüssen nach angloamerikanischem Vorbild.

Die sogenannten Bachelor- und Master-Abschlüsse sollen in allen beteiligten Ländern anerkannt werden und einen einheitlichen Hochschulraum innerhalb der Europäischen Union schaffen. Das soll die Möglichkeiten für Studenten und Dozenten verbessern, innerhalb Europas die Hochschule zu wechseln. Neben Deutschland beteiligen sich 45 weitere europäische Staaten am Bologna-Prozess.

Für den ersten akademischen Grad, den Bachelor, ist eine Regelstudienzeit von mindestens drei und höchstens vier Jahren vorgesehen (sechs bis acht Semester). Für den darauf aufbauenden Master sind es weitere ein bis zwei Jahre (zwei bis vier Semester). Bislang sind die Bachelor-Studiengänge in Deutschland überwiegend auf sechs und die Master-Studiengänge auf weitere vier Semester ausgelegt.

Der Bachelor (BA) soll prinzipiell praktischer und berufsqualifizierend sein. Der Master (MA) ist dagegen theoretischer ausgerichtet. Dem MA entsprechen Diplom- und Magisterabschlüsse an Universitäten.

Die Studiengänge mit Staatsexamen – Jura, Medizin und Lehramt - sind beim Bologna-Prozess noch außen vor. Bei der großen Mehrheit der Studiengänge in Deutschland ist die Umstellung auf Bachelor und Master aber abgeschlossen. Der Übergang war allerdings holprig. 2009 gingen Studenten massenhaft auf die Straße, um gegen die Studienbedingungen im neuen System zu protestieren. Sie beklagten unter anderem, die Strukturen seien zu starr, die Arbeitsbelastung zu hoch und die Karrierechancen zu gering. Seitdem arbeiten Studenten, Hochschulen und Bildungsminister daran, die Probleme auszuräumen.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) rief eine nationale Bologna-Konferenz ins Leben, die am kommenden Freitag zum zweiten Mal zusammenkommen wird. Mit am Tisch sitzen auch Vertreter der Wirtschaft. Bund und Länder beschlossen außerdem ein Förderprogramm zur Verbesserung der Studienbedingungen an Hochschulen. Bis 2020 stellt die Bundesregierung dafür zwei Milliarden Euro bereit. Das Geld soll in neue Stellen für Professoren und Lehrkräfte fließen und die Lehrqualität an den Unis und Fachhochschulen steigern.

(dapd)

 

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