Aktuelle Nachrichten – Europa
24.07.2009
Wolfenschiessen – Die Suche nach den seit einer Woche im Kanton Nidwalden verschwunden Kindern ist am Freitag auch in grossen Wassertiefen fortgesetzt worden. Ein speziell ausgebildeter Taucher, der bis zu 100 Meter in die Tiefe tauchen kann, startete am Morgen einen ersten Tauchgang, wie die Nidwaldner Kantonspolizei bekannt gab.
Bereits in den Vortagen hatten Taucher der Tauchsportgruppe Poseidon und der Baselbieter Kantonspolizei das Gebiet rund um den Einmündungsbereich der Engelberger Aa in den Vierwaldstättersee abgesucht. Da aber auch noch in Tiefen von 30 bis 40 Metern eine starke Strömung festgestellt worden war, kam am Freitagmorgen ein Taucher der privaten Tauchtreff-AG in Zug zum Einsatz. Er kann unter anderem dank einem Sauerstoffgemisch mit Hilfe eines Scooters in Tiefen von rund 100 Metern tauchen. Der einzelne Taucher wird bei seinem Einsatz vom Bergungsboot Kon-Tiki der Tauchsportgruppe Poseidon unterstützt. Bei der Suche auf der Wasseroberfläche standen wiederum drei Boote der Polizei und der Feuerwehr im Einsatz. Zudem gehen Polizeipatrouillen sporadisch das Ufer ab. Neue Erkenntnisse über den Verbleib der mit grosser Wahrscheinlichkeit ertrunkenen Kinder gab es zunächst nicht.
Unmittelbar bevor steht die verhörrichterliche Befragung der Mutter der vermissten Elfjährigen, wie der Nidwaldner Verhörrichter Alexandre Vonwil auf Anfrage sagte. Die Frau befinde sich seit mehreren Tagen in stationärer Betreuung in einer psychiatrischen Klinik. Sie war am (gestrigen) Donnerstag zum ersten Mal von der Polizei befragt worden, nachdem sie von einem Psychiater als einvernahmefähig bezeichnet worden war. Noch nicht befragt wurde laut Vonwil der Vater der Elfjährigen. Er werde aber sicher noch einvernommen werden. Noch nicht vollständig eingetroffen sind die vollständigen Unterlagen der Behörden. Die Tochter der 46-Jährigen und ein Sohn wohnten nach einem Entscheid der Sozialbehörden nicht mehr bei ihr. Gegen die Frau wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die 46-Jährige hatte ihre Tochter gemeinsam mit einem Baby und dessen vierjähriger Schwester einer anderen Familie am vergangenen Freitag vom Bahnhof Luzern aus alleine nach Hause geschickt. Nur die Vierjährige war in der Nacht durchnässt bei einem Bauernhaus in Grafenort wieder aufgetaucht. Noch offen ist, ob gegen die Eltern des vermissten Kleinkindes und einer Vierjährigen wegen Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht ermittelt wird. (AP)
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