Luzern – Die Suva organisiert diesen Winter bereits zum vierten Mal „Tempo-Tage“ auf Schweizer Skipisten. Ski- und Snowboardfahrer sollen mit „Radarfallen“ für die Gefahren von zu hohen Tempi sensibilisiert werden, schreibt die Suva. Auch ihre Bremswege sollen die Fahrer testen können. Erste Station ist Andermatt.
Geschwindigkeiten von 50 Kilometern pro Stunde auf den Skipisten seien heute keine Seltenheit mehr, scheibt die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) in einer Mitteilung vom Freitag. Tests mit Ski-Dummies hätten gezeigt, welch schwere Verletzungen eine Kollision mit Tempo 50 zur Folge haben könne. Die ersten „Tempo-Tage“ dieser Saison finden am kommenden Wochenende im Skigebiet Andermatt im Kanton Uri statt. Schneesportler können eine mit einem Radarmessgerät ausgerüstete Strecke befahren und dabei ihre Geschwindigkeit schätzen. „Viele Leute unterschätzen ihre Geschwindigkeit. Man hat schnell Tempo 50 drauf“, sagte Suva-Sprecherin Angela Zobrist auf Anfrage. Die Schneesportler können zudem an einem Bremstest teilnehmen, um den jeweiligen Bremsweg je nach Tempo zu erfahren.
Die Suva führt die „Tempo-Tage“ seit 2003 durch. An schönen Tagen nahmen jeweils etwa 500 bis 600 Skifahrer und Snowboarder teil. Nach Andermatt bietet die Suva ihre Radar- und Bremstests dieses Jahr an Tempo-Tagen bis Mitte März in weiteren zwölf Skigebieten an.
Zwar sei die Zahl der Schneesportunfälle auf Schweizer Pisten leicht auf 70.000 pro Saison gesunken, doch habe die Schwere der Verletzungen zugenommen, nicht zuletzt wegen der schnellen Carving-Skis. Mit ihrer Sensibilisierungskampagne strebe die Suva nicht nur weniger Unfälle an, sondern auch eine Abnahme der Unfallkosten. Im Jahr 2005 betrugen die Kosten aller Skiunfälle 183,5 Millionen Franken, die der Snowboardunfälle 31,5 Millionen Franken. (AP)