Aktuelle Nachrichten – Medizin
31.03.2009
Bern – Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic warnt vor über das Internet bestellten angeblich pflanzlichen Schlankheitsmitteln. In über der Hälfte der getesteten beschlagnahmten Produkten wurden synthetische Inhaltsstoffe gefunden, wie Swissmedic am Sonntag mitteilte.
Insgesamt wurden 13 Muster von zehn verschiedenen Produkten auf synthetische Inhaltsstoffe und Schwermetalle untersucht. Mehr als die Hälfte enthielten nicht deklarierte synthetische Inhaltsstoffe. Sie sind damit als potenziell gefährliche Arzneimittelfälschungen zu klassieren, wie Swissmedic schreibt. Zudem ist dies nach Auffassung des Heilmittelinstituts eine bewusste Irreführung der Anwender dieser vermeintlich natürlichen Schlankheitsmittel.
Bei der Laboranalyse wurden in acht der 13 untersuchten Muster synthetische Wirkstoffe nachgewiesen. Drei der Muster wiesen eine Kombination der Wirkstoffe Sibutramin und Phenolphthalein auf. In drei Mustern wurde Sibutramin und je in einem Muster Phenolphthalein und Coffein nachgewiesen. Sibutramin ist eine stark wirkende synthetische Substanz, welche in der Schweiz in einem rezeptpflichtigen Arzneimittel zugelassen ist. Phenolphthalein ist ein umstrittenes Abführmittel, das ebenfalls zu verschiedenen Nebenwirkungen führen kann und sich wie auch Coffein nicht zum nachhaltigen Gewichtsverlust eignet.
Swissmedic warnt eindringlich vor aus dem asiatischen Raum stammenden Schlankheitsmitteln. Diese enthielten nicht deklarierte synthetische Wirkstoffe und teilweise Schwermetalle massiv über dem Grenzwert. Ein Produkt überschritt den Grenzwert für Blei um fast das 50-fache und jenen für Quecksilber um mehr als das sechsfache. Fünf Proben enthielten weder synthetische Wirkstoffe noch Schwermetalle. Bei den Produkten handelte es sich entweder um Teebeutel oder in einem Fall um Kapseln, die nicht übers Internet bestellt worden waren.
Seit Anfang vergangenen Jahres wurden Swissmedic von Arzneimittelbehörden aus den USA, Kanada, Singapur, Frankreich, Österreich und Bulgarien zudem weitere Schlankheitsmittel gemeldet, die nicht deklariertes Sibutramin, Phenolphthalein, Rimonabant oder Phenytoin enthielten. Auch wenn bisher keine dieser Produkte auf dem Schweizer Markt entdeckt worden seien, wird mit Nachdruck vor deren Einnahme gewarnt. Swissmedic warnt zudem eindringlich vor der Bestellung von Arzneimitteln aus dem Internet, da sie die Gesundheit gefährden können. Privatpersonen ist es auch untersagt, aus dem Ausland grössere Mengen an Arzneimitteln zu importieren. (AP)