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Explosionen und Schüsse Syrische Streitkräfte besetzten Zentrum von Hama

Elizabeth A. Kennedy/AP

03.08.2011

Das brutale Vorgehen der Regierungstruppen in Hama hat international für Empörung gesorgt und wurde scharf verurteilt.  Foto: APTN/AP Photo
Das brutale Vorgehen der Regierungstruppen in Hama hat international für Empörung gesorgt und wurde scharf verurteilt.

Foto: APTN/AP Photo

Beirut – Mit Panzern sind die syrischen Streitkräfte am Mittwoch nach Angaben von Aktivisten in das Stadtzentrum von Hama vorgerückt. Wo in den vergangenen Wochen Abertausende Menschen demonstrierten, stehen demnach nun mindestens drei Panzer Wache. Etwa 100 Menschen sind laut Berichten von Aktivisten seit Sonntag dem gewalttätigen Vorgehen der Streitkräfte zum Opfer gefallen. In den vergangenen vier Tagen haben regimetreuen Truppen weite Teile der Stadt in ihre Gewalt gebracht. Immer mehr Einwohner fliehen aus Angst um ihr Leben.

Das Regime von Präsident Baschar Assad ließ keine Bereitschaft erkennen, von seinem harten Kurs abzuweichen. Am Mittwoch seien die Streitkräfte weiter in die Stadt Hama vorgerückt, teilten Oppositionsaktivisten mit. Erneut seien in weiten Teilen der Stadt Explosionen und Maschinengewehrfeuer zu hören gewesen.

"Wir sind Opfer von Granatfeuer, Maschinengewehrfeuer, Scharfschützenfeuer geworden, von allem, was man sich denken kann", sagte der Aktivist Omar al Hamawi am Telefon. Strom und Telefone waren am Mittwochmorgen gekappt. Allerdings schien bis zum frühen Nachmittag das Mobilfunknetz in Teilen wieder zu funktionieren.

Erst Explosionen, dann war das Telefon tot

Besonders das Viertel al Hader sei beschossen worden, sagte Hamawi. Sporadisch seien auch Schüsse aus anderen Stadtteilen zu hören gewesen. "Am frühen Morgen hörten die Menschen den Lärm von Bomben", sagte Rami Abdul Rahman von der in London ansässigen Menschenrechtsorganisation Syrian Observatory for Human Rights (SOHR). "Dann wurden die Telefonverbindungen getrennt."

Bewohner der Orte außerhalb von Hama hätten Panzerkolonnen in Richtung der Stadt fahren sehen, sagte Rahman. Kurz darauf seien Explosionen zu hören gewesen.

Das brutale Vorgehen der Regierungstruppen in Hama hat international für Empörung gesorgt und wurde scharf verurteilt. Der Weltsicherheitsrat hatte sich in der Nacht zu Mittwoch allerdings nicht auf eine gemeinsame Reaktion auf das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte in Syrien einigen können.

Schätzungen zufolge 1.700 Zivilpersonen getötet

Nach Angaben von Aktivisten kamen seit Beginn der Proteste Mitte März etwa 1.700 Zivilisten ums Leben. Weil Syrien allerdings eine unabhängige Berichterstattung aus dem Land verhindert, können diese Zahlen nicht verifiziert werden.

Hama ist ein Schwerpunkt der Repressionsmaßnahmen des Regimes. Bereits 1982 befahl Assads Vater, Hafes Assad, den Streitkräften eine Rebellion der Mitglieder der Muslimbruderschaft in der Stadt niederzuschlagen. Die Stadt wurde abgeriegelt und bombardiert. Große Teile wurden zerstört. 10.000 bis 25.000 Menschen wurden nach Angaben von Menschenrechtsgruppen damals getötet. Danach herrschte Grabesruhe.

(dapd)

 

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