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Tarifrunde kommt weiter in Fahrt Überblick

DAPD

28.03.2007

Gewerkschafter der IG Metall demonstrieren (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)
Gewerkschafter der IG Metall demonstrieren (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)

Frankfurt/Main – Die diesjährige Tarifrunde kommt weiter in Fahrt. Einen Tag nach den Metall-Arbeitgebern legten auch die der Druckindustrie heute ein Angebot vor. Gleich in der ersten Verhandlungsrunde schlugen sie in Frankfurt am Main 1,8 im ersten und 2,0 Prozent im zweiten Jahr sowie eine Einmalzahlung nur in Betrieben mit guter Ertragslage vor. Die Gewerkschaft ver.di lehnte das Angebot als völlig unzureichend ab. In der Metallindustrie blieb am selben Tag auch die zweite Runde im Bezirk Küste ergebnislos. Die IG Metall forderte die Arbeitgeber zu einem verbesserten Angebot auf.

Die Tarifparteien in der Druckindustrie vertagten sich nach gut drei Stunden auf den 25. April. Die Gewerkschaft begrüßte das frühe Angebot der Arbeitgeber. Ver.di-Verhandlungsführer Frank Werneke verwarf es aber inhaltlich, weil die 1,8 Prozent ab 1. April 2007 und 2,0 Prozent ab 1. April 2008 sowie die nur für bestimmte Betriebe geltende Einmalzahlung nicht die wirtschaftliche Lage der Branche widerspiegelten.

Die Gewerkschaft fordert Einkommenserhöhungen von 6,5 Prozent für die bundesweit rund 180.000 Beschäftigten der Druckindustrie. Ver.di begründet die Forderung mit einem deutlichen Nachholbedarf der Beschäftigten, die seit mehreren Jahren Reallohnverluste hätten verkraften müssen. Die Friedenspflicht endet am 1. Mai, danach hält ver.di einen Arbeitskampf für wahrscheinlich.

Die Arbeitgeberseite lehnt die 6,5 Prozent ihrerseits als vollkommen unrealistisch ab. Die Sprecherin des Bundesverbands Druck und Medien, Yvonne Frenz, sprach von einer „blinden Kopie“ der Gewerkschaftsforderung im Metallbereich. Dabei lasse ver.di bewusst außer Acht, dass die wirtschaftliche Situation in dieser Branche ganz anders aussehe.

Für das laufende Jahr werde lediglich eine Umsatzsteigerung von ein bis zwei Prozent erwartet. Außerdem habe die Druckindustrie trotz steigender Kosten seit 2002 einen Preisverfall ihrer Produkte um 4,5 Prozent hinnehmen müssen. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Wolfgang Pütz, betonte, mit dem Angebot sei die Arbeitgeberseite „an die Grenzen des Machbaren gegangen“.

Auch die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie bot ihren Beschäftigten eine Lohnerhöhung von insgesamt drei Prozent an. Wie in Baden-Württemberg sollen demnach 2,5 Prozent dauerhaft in die Entgelttabellen eingehen und weitere 0,5 Prozent als einmaliger Konjunkturbonus nur für ein Jahr gezahlt werden. Die IG Metall lehnte das Angebot als unzureichend ab. Die Verhandlungen in Hamburg wurden auf den 16. April in Bremen vertagt. Am Rande der Veranstaltung demonstrierten am Mittwoch etwa 150 Gewerkschafter.

IG Metall droht mit Warnstreiks

Die baden-württembergische IG Metall forderte die Arbeitgeber unterdessen zur Vorlage eines verbesserten Angebots auf. Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte nach einer Sitzung der Tarifkommission in Leinfelden-Echterdingen, die vorgeschlagene Erhöhung im Gesamtvolumen von drei Prozent sei keine Grundlage, um eine zügige Lösung zu erreichen. Es würde auch nicht zur Stabilisierung der Binnennachfrage beitragen. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr. Hofmann drohte den Arbeitgebern mit Warnstreiks nach Ablauf der Friedenspflicht am 28. April.

Auch die Grünen-Politikerin Thea Dückert kritisierte das Tarifangebot der Metall-Arbeitgeber im Südwestrundfunk als unangemessen niedrig.

(AP)

 

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