Umwelt – Tausende demonstrieren gegen Castor-Transport – DAPD
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Tausende demonstrieren gegen Castor-Transport

DAPD

11.11.2006

Ein Atomkraftgegner mit Maske vor einem Feuer auf der Zufahrtsstraße zum atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)
Ein Atomkraftgegner mit Maske vor einem Feuer auf der Zufahrtsstraße zum atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)
Aktivisten der Umweltschutzorganisation
Aktivisten der Umweltschutzorganisation 'Robin Wood' bauen nahe des atomaren Zwischenlagers in Gorleben im Rahmen einer Demonstration das Modell eines Atomkraftwerks auf. Der Transport von abgebranntem Kernbrennstoff von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das atomare Zwischenlager Gorleben wird am Sonntagabend in Dannenberg erwartet. (AP Photo/Fabian Bimmer)
Ein Schausteller spielt am atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)
Ein Schausteller spielt am atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Kai-Uwe Knoth)
Ein als Clown verkleideter Demostrant protestiert in einer Fantasieuniform vor dem atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Fabian Bimmer)
Ein als Clown verkleideter Demostrant protestiert in einer Fantasieuniform vor dem atomaren Zwischenlager in Gorleben. (AP Photo/Fabian Bimmer)
(AP Photo/Fabian Bimmer)
(AP Photo/Fabian Bimmer)

Tausende Atomkraftgegner haben am Samstagnachmittag in Gorleben gegen den zehnten Castor-Transport in das dortige Zwischenlager demonstriert. Nach Angaben der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg beteiligten sich 5.000 Atomkraftgegner, darunter 200 Bauern, mit Traktoren an einem Protestmarsch von Gorleben zum Zwischenlagergelände. Die Polizei sprach von 2.000 Teilnehmern bei der Abschlusskundgebung, die aber noch Zulauf hätten.

Unterdessen kam es in Frankreich beim Transport der für Gorleben bestimmten zwölf Atommüllbehälter zu weiteren Verzögerungen. Der Atommüllzug, der um 14.30 Uhr die deutsch-französische Grenze erreichen sollte, hat nach Angaben der französischen Atomkraftgegner etwa zwei Stunden Verspätung. Die Verzögerung entstand durch mehrere Blockaden in der Nacht und den Feiertagsverkehr in Frankreich, wie ein Sprecher der südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen berichtete. Man rechne nun mit einem Eintreffen des Zuges an der Grenze um 17.00 Uhr.

Die Protestdemonstration am Zwischenlager Gorleben richtete sich nach Angaben der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg vor allem gegen die geplante Endlagerung von Atommüll im Salzstock Gorleben. Das Endlagerbergwerk müsse sofort geschlossen werden, da der Salzstock direkten Kontakt zum Grundwasser habe, sagte der Sprecher der BI, Francis Althoff.

«Jede weitere Lieferung von Castor-Behältern in das benachbarte Zwischenlager Gorleben zementiert die Vorfestlegung auf den für die Endlagerung ungeeigneten Salzstock», sagte Althoff. Sehr enttäuscht sei man darüber, dass Umweltminister Sigmar Gabriel die Ausbauarbeiten im Gorlebener Salzbergwerk wieder aufnehmen wolle.

Der zehnte Castor-Transport zum Zwischenlager Gorleben war am Freitagabend planmäßig am Bahnhof Valognes unweit der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague gestartet. Nach Angaben der Organisation «Sortir du Nucleaire» besetzten in der Nacht bei Serqeux in den Ardennen Demonstranten die Gleise. Die Polizei habe die Blockade nach einer Stunde geräumt. Ein Sprecher der französischen Polizei berichtete von zwei friedliche Blockadeaktionen. Dadurch habe sich der Zug um eineinhalb Stunden verspätet.

In Dannenberg, wo die Atommüllbehälter auf Straßentieflader umgesetzt werden, soll der Zug am Sonntag ankommen. Der Straßentransport der Behälter von Dannenberg zum Zwischenlager Gorleben wird am Montag erwartet.

Im Zwischenlager Gorleben befinden sich zur Zeit 68 Castor-Behälter, davon 63 mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente in Frankreich und fünf mit abgebrannten Brennelement, die direkt aus deutschen Atomkraftwerken angeliefert wurden.

Mit den zehnten Transport steigt die Gesamtzahl der Castor-Behälter in Gorleben auf 80. Vorgesehen sind noch sieben weitere Transporte in das Zwischenlager. In den Jahren 2008 bis 2010 sollen jeweils zwölf Behälter mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich angeliefert werden, in den Jahren 2012 bis 2015 jeweils sechs aus der Wideraufarbeitung in England. Die Lagerung weiterer abgebrannter Brennelemente ist in Gorleben nicht mehr vorgesehen. Insgesamt soll das Zwischenlager knapp 140 Behälter aufnehmen.

(AP)

 

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