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Ostermarschierer Tausende Friedensaktivisten zu Ostermärschen erwartet

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02.04.2010

Frankfurt/Main (apn) Zu den 50. Ostermärschen erwarten die Veranstalter an diesem Wochenende wieder Zehntausende Friedensaktivisten. Kernforderungen sind ein Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan, der Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und der Ausstieg aus der Atomenergie. Zum Auftakt sollten am Karfreitag Aktionen in Hamburg, Dortmund, Heidelberg, Biberach und im hessischen Bruchköbel stattfinden.

Für den Samstag ist unter anderem eine Demonstration an der US-Air-Base Ramstein in Landstuhl geplant. Ostermärsche gibt es auch in München, Stuttgart, Düsseldorf, Duisburg und Bremen. Am Ostersonntag wird an der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau sowie am ehemaligen Bombodrom-Gelände in Brandenburg demonstriert, am Ostermontag in Berlin.

Neben Friedens- auch Sozialthemen

Ausdrücklich kritisierten die Veranstalter die NATO-Strategie in Afghanistan: Das angeblich neue Vorgehen des Bündnisses sei ein Irrweg, da die NATO weiterhin auf die militärische Karte setze, heißt es in einer Mitteilung der Infostelle Ostermarsch. „Wer den Frieden will, muss zunächst den Krieg beenden“, erklärten die Veranstalter.

Weiter fordern sie den Abtransport aller in Büchel in der Eifel lagernden Atomwaffen. Zudem müsse Deutschland seine Rüstungsexportpraxis beenden – schließlich belege es mittlerweile den dritten Rang im Waffenhandel und trage wesentlich zur Destabilisierung in Krisenregionen bei.

Neben Friedensthemen geht es den Veranstaltern auch um soziale Gerechtigkeit: „Sozial- und Bildungsabbau, Hartz IV, schlechte Gesundheitsversorgung, zunehmende Armut und Einschränkung demokratischer Rechte gehen einher mit wachsender Aufrüstung“, heißt es etwa im Aufruf zum diesjährigen Berliner Ostermarsch.

Nach Darstellung des Netzwerks Friedenskooperative haben die Ostermärsche 2010 „an politischem Zuspruch gewonnen“. Demnach riefen neben den Gruppen der Friedensbewegung, Globalisierungskritikern, kirchlichen Gruppen und Gewerkschaften auch die Grünen, die Linke sowie für die SPD unter anderem der hessische Landesvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel und die frühere Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeuel zur Beteiligung auf.

In den 80er waren Hunderttausende auf der Straße

Die Ostermarschbewegung in Deutschland wird in diesem Jahr 50. Ostern 1960 marschierten wenige hundert Demonstranten in kleinen Gruppen in einem mehrtägigen Sternmarsch nach Bergen-Hohne in der Lüneburger Heide, wo nuklearfähige Raketen stationiert waren.

1968 forderten bei Märschen in ganz Deutschland bereits 300.000 Menschen ein Ende der atomaren Bewaffnung und des nuklearen Wettrüstens. Nachdem die Beteiligung Ende der 60er Jahre stark zurückgegangen war, konnten ab 1979 angesichts der Stationierung von Atomwaffen in der Bundesrepublik wieder mehr Ostermarschierer mobilisiert werden. 1983 nahmen etwa 700.000 Menschen teil. Im vergangenen Jahr waren es nach Veranstalterangaben noch mehrere Zehntausend. (AP)

http://www.ostermarsch.info

 

 

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