Aktuelle Nachrichten – International
28.12.2010
Foto: Gary Coronado/AP Photo
- Wegen eines Schneesturms haben im Nordosten der USA Tausende Menschen stundenlang frierend in Flughäfen, Bussen oder U-Bahn-Zügen ausharren müssen. Der Blizzard fegte mit teilweise über 100 Stundenkilometern über Neuengland hinweg und brachte bis zu 60 Zentimeter Schnee. In Russland hat Präsident Dmitri Medwedew nach der Störung des Luftverkehrs am Wochenende Ermittlungen gegen die Betreiber des größten Moskauer Flughafens angekündigt. Während in den nördlichen Breiten der Winter Probleme bereitet, sorgte in Australien heftiger Sommerregen für Überschwemmungen.
Nachdem der Flugverkehr an den drei größten New Yorker Flughäfen am Sonntag eingestellt worden war, sind am Montag und Dienstag wieder erste Maschinen gestartet. Zahlreiche Reisende könnten aber noch bis Ende der Woche festsitzen, da auf vielen Strecken in der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr alles ausgebucht ist. Insgesamt waren rund 1.500 Flüge gestrichen worden.
Auch in der Innenstadt der Millionenmetropole herrschten zum Teil chaotische Zustände. Busse, Autos und Züge steckten in den Schneemassen fest. Etliche Bewohner beschwerten sich, dass die Räumarbeiten in Seitenstraßen sowie in den Außenbezirken vernachlässigt würden. Bürgermeister Michael Bloomberg verteidigte sich jedoch gegen Kritik, er habe nicht entschlossen genug auf den Wintereinbruch reagiert. "Es gibt keinen Grund zur Panik, unsere Stadt macht genau das, was man von ihr erwartet", sagte Bloomberg. Nach Angaben des nationalen Wetterdienstes war es der sechst schwerste Sturm in New York seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1869.
In Moskau saßen nach einem Eisregen am Montag noch bis zu 20.000 Passagiere am größten Flughafen Domodedowo fest. Wegen Stromausfällen mussten sie die Nacht in abgedunkelten Hallen verbringen. Medienberichten zufolge wurde nicht einmal für die Versorgung mit Nahrungsmitteln gesorgt. Auf Anweisung des Präsidenten soll die Staatsanwaltschaft nun prüfen, ob die Betreiber des Flughafens damit gegen Gesetze verstoßen haben.
Im Nordwesten Australiens hat heftiger Regen wichtige Verbindungsstraßen überflutet und Menschen zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. An einigen Orten wurden in 24 Stunden bis zu 270 Millimeter Niederschlag gemessen. Die Ortschaft Theodore stand am Dienstag vollständig unter Wasser. Die rund 350 Einwohner sollten im Laufe des Tages mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Viele Autofahrer strandeten auf überfluteten Straßen. Im Staat Queensland wurden insgesamt rund 300 Strecken gesperrt, darunter zwei der wichtigsten Schnellstraßen nach Brisbane.
In der Landwirtschaft habe der Regen bereits Schäden in Höhe von 400 Millionen Australischen Dollar (300 Millionen Euro) angerichtet, sagte Brent Finaly, Präsident der Farmer-Lobby-Gruppe AgForce. Viele Bauern hätten ihre gesamte Ernte verloren. "Diese Ernte hat vor zwei Monaten fantastisch ausgesehen", sagte Finaly. Erst kürzlich seien viele der Farmer von einer Dürre schwer getroffen worden.
(dapd)
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