Foto: Pixelquelle.de
Berlin – Wer auf Milch im Tee verzichtet, lebt gesünder. Das Heißgetränk hat eine entspannende und erweiternde Wirkung auf das Blutgefäßsystem, aber Milch macht diesen Effekt zunichte, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Berliner Charité belegt.
Tee kann vor Gefäßverkalkung und Herzerkrankungen schützen sowie entzündungshemmend wirken. „Tee hat sehr vielfältige gesundheitsfördernde Effekte“, erklärte Studienleiterin Verena Stangl von der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Bisher war aber nicht klar, dass Milch diese Effekte beeinträchtigt.“
Für die Studie haben Testpersonen entweder schwarzen Tee ohne Milchzusatz oder mit einer in England üblichen Dosis Milch getrunken. Als Kontrolle wurde warmes Wasser verabreicht. Jeweils eine Stunde vor und bis zwei Stunden nach dem Verzehr wurden am Unterarm Ultraschallmessungen vorgenommen. Das Ergebnis: Nach dem Trinken von Wasser war keine Veränderung zu beobachten. Beim Genuss von Tee ohne Milch hingegen haben sich die Arterien aller Versuchsteilnehmer besser erweitert, wodurch der Blutfluss begünstigt wird. Beim Hinzufügen von Milch blieb diese Wirkung aus.
Die Erklärung liegt in den Proteinen der Milch: Die so genannten Kaseine sind dafür verantwortlich, dass das im Tee enthaltene Katechin nicht mehr wirkt. Mario Lorenz, der die Studie durchgeführt hat, schließt nicht aus, dass Milch die ebenfalls erwiesene Antikrebswirkung von Tee beeinträchtigen könnte.
Im Studienergebnis sieht er eine Erklärung dafür, dass in Ländern wie England, wo der Tee für gewöhnlich mit Milch getrunken wird, dessen Schutzwirkung gegen Herzerkrankung ausbleiben könnte. „Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass in Asien seltener Herzerkrankungen auftreten. Dort wird traditionell viel Tee konsumiert, und zwar ohne Milch.“
Auch in Zukunft dreht sich in der Arbeitsgruppe von Stangl einiges um Tee. Sie wird untersuchen, ob grüner Tee auf Grund seines höheren Katechingehalts wirkungsvoller ist als schwarzer Tee. Ein weiterer Aspekt: Es soll erforscht werden, ob Teeinhaltsstoffe womöglich auch die Wiederverengung von Blutgefäßen nach einer Katheterbehandlung verhindern können.
http://eurheartj.oxfordjournals.org/
(AP)
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