Stuttgart – Fast die Hälfte der bundesdeutschen Teenager schätzt ihr Körpergewicht falsch ein: Mädchen finden sich eher zu dick, während Jungen dazu neigen, sich schlanker einzustufen, als sie in Wirklichkeit sind. Dieses Ergebnis einer repräsentativen Jugendgesundheitsstudie hat eine aktuelle Stuttgarter Untersuchung unter Acht- und Neunklässlern bestätigt, wie aus einem Bericht der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ hervorgeht.
Danach sind 16,3 Prozent der Stuttgarter Kinder übergewichtig, während 5,8 Prozent, vor allem Mädchen, zu wenig Pfunde auf die Waage bringen, wie Jodok Erb vom Gesundheitsamt Stuttgart erläutert. Nur jeder zweite Befragte habe sein Gewicht „genau richtig“ gefunden. Erb führt dies auf gesellschaftliche Normen zurück. Das derzeitige Schönheitsideal fordere von Mädchen eine knabenhafte Figur, die aber während der Pubertät verloren gehe. Also hungerten einige. Jungen hingegen bewegten sich auf das Idealbild eines starken Mannes mit breiten Schultern zu, weshalb bei ihnen Fehleinschätzungen des Gewichts seltener seien. Insgesamt habe der gesellschaftliche Druck auf die Jugendlichen zugenommen, meint der Experte. (AP)
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