Bonn - Die Telekom kann beim Ausbau ihres Telefonzellen-Netzes auch die so genannten Basistelefone verwenden. Ein Sprecher der Telekom-Festnetztochter T-Com sagte am Freitagabend der Nachrichtenagentur AP, die Bundesnetzagentur habe diese einfachen Apparate als öffentliche Fernsprecheinrichtungen anerkannt. Der Sprecher betonte aber, dass Basistelefone nur an extrem unwirtschaftlichen Standorten zum Einsatz kommen sollen.
Das Bielefelder «Westfalen-Blatt» (Samstagausgabe) hatte berichtet, dass davon rund 20.000 Standorte betroffen seien. T-Com-Sprecher Rüdiger Gräve konnte diese Zahl nicht bestätigen und betonte, dass derzeit keinesfalls geplant sei, so viele Basistelefone aufzustellen. Der Bestand von derzeit rund 115.000 öffentlichen Fernsprechern solle bis Ende 2006 um 5.000 auf 120.000 steigen. Dabei sollten vornehmlich so genannte Telestationen und herkömmliche Telefonzellen zum Einsatz kommen.
Basistelefone haben keinen Wetterschutz, keine Beleuchtung und nehmen keine Münzen sondern können nur mit Zahlencodes von Telefon- und Kreditkarten sowie per R-Gespräch betrieben werden, wobei der Angerufene die Kosten übernimmt. Außerdem sind mit einer separaten Taste Notrufe möglich. Alle 0800-Servicenummern sind kostenlos. Mit rund 500 Euro kosten sie nur einen Bruchteil einer Telefonzelle, die dem Zeitungsbericht zufolge rund 7.500 Euro teuer ist.
Bislang wurden Gräve zufolge im Rahmen eines Pilotprojekts rund 15.000 Basistelefone an sehr unwirtschaftlichen Stellen aufgestellt. Laut Gräve kommt ihr Einsatz an Standorten mit weniger als 125 Euro Monatsumsatz in Frage, dabei gebe es aber keinen Automatismus. Vor rund drei Jahren habe es mehr als 30.000 solcher unrentabler Telefonzellen gegeben, die aktuelle Zahl kenne er aber nicht.
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