Stuttgart – Viele ältere Menschen in Deutschland sind nicht ausreichend gegen Tetanus geschützt. Sie könnten bei einer Infektion jederzeit an einem tödlichen Wundstarrkrampf erkranken. In der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" empfehlen Mediziner deshalb Älteren, die Tetanus-Impfung regelmäßig auffrischen zu lassen.
Verursacher des Wundstarrkrampfs sind Bakterien vom Stamm Clostridium tetani, die im Erdreich, aber auch im Straßenstaub vorhanden sind. Gelangen sie in eine Wunde, können sie unter Luftabschluss ein tödliches Gift, das Tetanustoxin, bilden. Im Fall einer Erkrankung sind die Ärzte oft machtlos. Der Wundstarrkrampf verlaufe in jedem zweiten Fall tödlich, berichten Herbert Hof und Jan Bartel vom Labor Limbach in Heidelberg in der "DMW".
Gefährdet seien vor allem ältere Menschen, betonen die beiden Experten: Sie hätten aufgrund von Venenleiden häufig "offene Beine" oder litten wegen Diabetes an Geschwüren, über die die Erreger leicht in den Körper eindringen könnten. Dort träfen die Bakterien auf ein Immunsystem, dem zur Abwehr die notwendigen Antikörper fehlten.
Das Heidelberger Labor untersuchte ein Jahr lang etwa 3.000 Blutproben auf Tetanus-Antikörper. Jüngere Erwachsene seien zu etwa 90 Prozent ausreichend geschützt, schreiben Hof und Bartel. Doch ab dem 50. Lebensjahr steige die Zahl der gefährdeten Menschen. Im Alter über 80 Jahren seien 30 bis 50 Prozent ohne ausreichenden Antikörperschutz. (dapd)
(Quelle: "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift", Vol. 136, S. 148-150)
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