Grüne Gastarife – Fragen und Antworten zu Ökogas

Auf dem Markt kursieren derzeit allerdings ganz unterschiedliche Produkte, die den Namen Ökogas, Biogas oder Grünes Gas tragen. Es ist nicht leicht, den Tarif zu finden, der den eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Der Trend zur Nachhaltigkeit ist ungebrochen. Er breitet sich mehr und mehr aus, hält Einzug in Haushalte und in den Alltag. Verbraucher haben den Wunsch, umweltgerecht produzierte Energie zu verbrauchen, zu dieser Erkenntnis kommt das Bundesumweltamt und stellt fest:

„Ein immer größerer Anteil des Endenergieverbrauchs wird in Deutschland durch erneuerbare Energien gedeckt – Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil bis zum Jahr 2020 auf 18 Prozent und bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent zu steigern.“

Die Absicht wird unter anderem durch öffentliche Förderungen unterstützt und so kommt es, dass in Zukunft mehr und mehr Biogastarife verfügbar sein werden. Auf dem Markt kursieren derzeit allerdings ganz unterschiedliche Produkte, die den Namen Ökogas, Biogas oder Grünes Gas tragen. Es ist nicht leicht, den Tarif zu finden, der den eigenen Ansprüchen gerecht wird.

Wie lässt sich feststellen, ob ein Tarif wirklich reines Biogas beinhaltet? Die Antwort ist simpel: Verbraucher müssen das Kleingedruckte lesen, um zu erfahren, ob sie tatsächlich Biogas beziehen.

Die häufigsten Fragen zum Thema Ökogas/Biogas beantwortet dieser Ratgeber.

Wie wird Biogas gewonnen?

Biogas entsteht in einer Biogasanlage. Einige Versorger bieten reines Biogas an oder liefern Gas, in dem zumindest Teile (10%, 20 % oder mehr) von Biogas enthalten sind. Die Energiegewinnung erfolgt, aus Biomüll, Pflanzen oder Dünger, der im Zuge des Zersetzungsprozesses Gase freigibt. Gut 8.000 Biogasanlagen in Deutschland produzieren um die 29 Milliarden Kilowattstunden Strom, ist bei der Agentur für Erneuerbare Energien zu lesen.

Ist Ökogas oder Biogas nicht viel teurer, als herkömmliches Gas?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es hängt davon ab, welcher Tarif bei welchem Anbieter gewählt wird. Ein weiterer Einflussfaktor ist der oben bereits erwähnte Anteil des Biogases in der Gesamtgaslieferung. Über Verivox vergleichen umweltbewusste Verbraucher die Gaspreise zielgerichtet miteinander. Es lassen sich entsprechende Voreinstellungen setzen, die aus dem Tarifdschungel nur die Angebote herausfiltern, die den individuellen Einstellungen entsprechen. Mittels übersichtlicher Auswertung finden Verbraucher den passenden Anbieter für ihre Ansprüche und sehen sofort, wie hoch die Kosten und die mögliche Ersparnis im Vergleich zum bestehenden Gastarif ist.

Welche Anbieter liefern reines Biogas?

Das Angebot von reinem Biogas ist verhältnismäßig überschaubar. Einen 100 %igen Biogastarif können Verbraucher zum Beispiel bei diesen Lieferanten beziehen:
– Erdgas Schwaben
– Naturstrom

Der Markt verändert sich permanent. Es kann durchaus sein, dass schon bald weitere Anbieter reine Biogastarife anbieten. Aktuelle Vergleiche sind deshalb sinnvoll.

Wie lässt sich mit Biogas CO2 einsparen?

Ökogas ist nicht gleich Ökogas und die Einsparung von CO2 kennt unterschiedliche Ansätze:

Lieferung von herkömmlichem Gas, Ausgleich über andere Projekte Einige Anbieter haben Ökogastarife im Programm, bei denen der Endverbraucher herkömmliches Erdgas bezieht. Die CO2-Einsparung erfolgt dadurch, dass der Lieferant Geld gezielt in ausgewählte Projekte investiert, die CO2-Einsparungen aufweisen.
Emmisionszertifikate Der Endverbraucher bezieht entweder Erdgas oder Biogas oder einen Mix aus beiden Gasarten. Anbieter, die Emissionszertifikate nutzen, erhalten diese zum Beispiel über TÜV Nord, TÜV Süd oder den TÜV Rheinland. Das Zertifikat bestätigt nicht die Qualität des verkauften Gases als Ökogas, sondern es zeigt an, dass der Betrieb über die Zertifikate in CO2 mindernde Klimaschutzprojekte investiert.

Was bedeuten die Biogaszertifikate im Einzelnen?

Grünes Gas Label: Dieses Label stellt die höchsten Ansprüche und ist entsprechend schwer zu bekommen. Gleichzeitig ist es ein Garant für nachhaltig hergestelltes Biogas. Vergeben wird es vom Grüner Strom Label e.V. Die Anforderungen für Energieversorger, um das Biogas Label der Umweltverbände zu erhalten, sind unter anderem diese:

  • Erzeugung muss ökologisch verträglich sein.
  • Dünger aus Massentierhaltung sind verboten.
  • Gentechnisch veränderte Biomasse darf nicht benutzt werden.
  • Deponiegas ist ausgeschlossen, es muss Biogas oder Klärgas sein.
  • Überwiegende Nutzung von regionalen Rohstoffen ist obligat.
  • Mindestens 10 % Biogas müssen im angebotenen Tarif enthalten sein.

Der umfassende Grünes Gas-Label Kriterienkatalog (Stand 2012) informiert über die Details.

TÜV Nord: Der TÜV Nord vergibt das Zertifikat mit der Bezeichnung „Geprüftes Bio-Erdgas“. Grundlage für dieses Zertifikat ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Lieferanten lassen sich über das Zertifikat den Anteil von Bio-Methan in ihrem Produkt bescheinigen. Der TÜV Nord erlangt Einblick bei den Antragstellern über ihre Gasquellen und Geschäftspartner, von denen sie das Gas beziehen.

TÜV Süd: Die Zertifikats-Bezeichnung vom TÜV Süd heißt „Green Methane Produkt“. Zum einen müssen Gaslieferanten eine bestimmte Erdgasqualität nachweisen. Zum anderen muss die Geschäftspolitik auf Klimaschutz ausgerechnet sein. Das beinhaltet auch die Benennung eines Auditbeauftragten. Dieser Beauftragte ist verpflichtet, dem TÜV Süd auf Nachfrage alle erforderlichen Informationen zum Nachweis der Bio-Qualität des verwendeten Gases vorzulegen.

TÜV Rheinland: Auch der TÜV Rheinland vergibt ein Zertifikat, wenn die Lieferanten nachweisen, dass ein bestimmter Biogasanteil im Produkt vorliegt. Im ersten Schritt prüft der TÜV Rheinland die Anlagen des Gaslieferanten, die für die Produktion/Einspeisung von Biogas im Einsatz sind, falls diese Prüfung nicht vorab schon geschehen ist. Darüber hinaus überprüft der TÜV Rheinland unter anderem die Lieferverträge und Abrechnungsmodi bei den Gaslieferanten.

Fazit: Nur, weil ein Produkt Ökogas oder Biogas heißt, wissen Verbraucher nicht über die Zusammensetzung oder die Herkunft Bescheid. Tarife, die von Lieferanten mit dem Grünes Gas Label ausgezeichnet sind, müssen den derzeit höchsten Ansprüchen genügen. Klimatarife bedeuten, dass der Lieferant fossiles Erdgas liefert; verbrennt dieses Gas, entsteht CO2. Um das produzierte CO2 auszugleichen, investiert dieser Lieferant zum Beispiel in Aufforstungsprojekte oder er kauft Emissionszertifikate.

Wollen Verbraucher reines Biogas kaufen, ist es empfehlenswert, sich auf den Internetseiten der Anbieter im Detail über deren Energiepolitik zu informieren. Unabhängig davon kann jeder einzelne etwas tun, um den CO2-Ausstoß zu verringern: Einfach weniger Energie verbrauchen.