Hürden für Selbstständige – was junge Unternehmer alles beachten müssen

Epoch Times12. January 2018 Aktualisiert: 7. Februar 2018 15:06
Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Anfangshürden des Unternehmerdaseins.

Der Gedanke, sich selbstständig zu machen, ist reizvoll. Immerhin ist das die Möglichkeit, endlich seine eigenen Träume umzusetzen und nicht mehr für jemand anderen, sondern für sich selbst zu arbeiten. Dennoch ist es nicht unbedingt einfach, sich in die Selbstständigkeit zu begeben. Denn gerade junge Unternehmen erfordern Aufwand und Überzeugungsarbeit. Immerhin genügt es oftmals nicht, die Gründung selbst durchzuführen, sondern es müssen Anschaffungen getätigt, Geschäftsräume angemietet und schließlich Produkte hergestellt oder veräußert werden. Dieser Artikel beschäftigt sich mit den Anfangshürden des Unternehmerdaseins.

Bürokratische Hürden – Unternehmensgründung

Morgens aufzustehen und zu sagen, man habe nun ein Unternehmen, funktioniert natürlich nicht. Denn zwischen dem Entschluss, sich mit einem Unternehmen selbstständig zu machen und der ersten Ausübung als Selbstständiger, vergeht Zeit. Nicht zu vergessen, dass diverse Anträge auszufüllen, Erlaubnisse einzuholen und Banken zu überzeugen sind. Ein Überblick:

  • Genehmigung – in einigen Bereichen ist es notwendig, eine Genehmigung zur Ausübung des Berufs zu haben. Welche Schritte zu erledigen sind, hängt vom Beruf ab. Manchmal ist eine Erlaubnis des Gesundheitsamts notwendig, in anderen Fällen ist eine Sachkundeprüfung erforderlich.

  • Krankenversicherung – diese ist auch und gerade bei Selbstständigen wichtig. Dieser Punkt sollte früh beachtet werden, denn die Kassen benötigen oft einige Zeit und mit Pech werden sonst extreme Nachzahlungen fällig. Und Vorsicht: Nicht jeder Beruf ist von der Rentenversicherungspflicht befreit.

  • Unternehmensform – je nach gewünschter Unternehmensform ist ein Notar erforderlich, der den Vertrag aufsetzt. Da jede Form mit eigenen Vor- und Nachteilen glänzt, sollten sich angehende Unternehmer im Vorfeld sehr genau informieren.

  • Geschäftskonto – für das Unternehmen ist ein Geschäftskonto notwendig. Die Eröffnung geht zwar schnell, doch sollte vorab ein Vergleich stattfinden, um eine gute Bank zu finden.

  • Anmeldung – das Unternehmen muss natürlich angemeldet werden. Gewerbeamt, teilweise die Handwerkskammern, IHK, das Handelsregister – all diese Institutionen können für ein Unternehmen infrage kommen. Und selbst Einzelunternehmer kommen an der Anmeldung beim Finanzamt nicht vorbei.

  • Finanzen – das ist ein sehr wichtiger Punkt bei der Gründung. Wie werden die Anschaffungen für die Firma getätigt? Wenige Gründer haben die Möglichkeiten, alle Anschaffungen aus dem Privatvermögen zu bezahlen. Oftmals sind Kredite notwendig – und diese erhalten die Gründer häufig nur mit einem Businessplan und Rücklagen.

Es ist immer sinnvoll, sich vor der Gründung beraten zu lassen. Die Handels- und Handwerkskammern bieten solche Beratungsgespräche stets an. Wer nicht zu der jeweiligen Kammer zählt, findet in beinahe allen Städten öffentliche Beratungsmöglichkeiten, die einen guten Überblick über den bürokratischen Aufwand und die Anforderungen an den Gründer bieten.

Buchhaltungspflichten

Besteht die Firma erst einmal und wurden die ersten Anschaffungen getätigt, geht es für Gründer auch in einem anderen Bereich los: die Buchhaltung steht an. Sie sollte nach Möglichkeit vom ersten Tag an ordentlich und sauber erledigt werden. Hier kommt es auf diverse Punkte an:

  • Ausgaben – sie müssen korrekt gebucht werden, da hier mitunter die Abschreibung mit ins Spiel kommt. Gerade nach der Gründung kauft ein Unternehmen viele Anlagen oder andere Ausstattungen, die grundsätzlich abgeschrieben werden müssen.

  • Einnahmen – dass diese sauber nachgehalten und dokumentiert werden müssen, sollte selbstverständlich sein. Doch kommt es bei der Buchhaltung auf viel mehr an: Unternehmer müssen nun auch dafür Sorge tragen, dass ihre Rechnungen pünktlich bezahlt werden.

  • Lohnbuchhaltung – beschäftigt das Unternehmen Mitarbeiter, zahlt es natürlich Gehälter. Die Lohnbuchhaltung ist ein komplexes und nicht ganz einfaches Thema, weil hier nicht nur die Löhne ins Spiel kommen, sondern die Sozialabgaben. Die Mitarbeiter müssen korrekt angemeldet werden und die Abgaben pünktlich entrichtet werden.

  • Belege – verkauft das Unternehmen im Ladengeschäft oder wird mit Belegen gearbeitet, müssen diese heute in elektronischer Form abgespeichert werden. Das heißt also, dass das Einscannen und gleichzeitige Buchen notwendig ist.

Es ist immer nützlich, sich im Vorfeld von einem Steuerberater über die Anforderungen der Buchhaltung beraten zu lassen. Wer die Buchhaltung von Beginn an korrekt macht, hat nicht nur beim Jahresabschluss weniger Arbeit, es kommen auch geringere Kosten auf einen Unternehmer zu, wenn er die Steuererklärung später doch von einem Fachmann abwickeln lässt. Insbesondere bezüglich der Lohnbuchhaltung ist eine Beratung quasi Pflicht.

Um sich die Buchhaltung im Alltag zu erleichtern, empfiehlt sich die Anschaffung eines entsprechenden Buchhaltungsprogramms. Die Software ist oft nahezu selbsterklärend und nimmt Gründern durchaus Arbeit ab. Besitzt die Software eine mobile Version, lassen sich Barbelege gleich einscannen und archivieren. Die Software sollte diverse Schnittstellen aufweisen, damit sie mit der Warenwirtschaft gekoppelt werden kann und mitunter die Daten direkt an den Steuerberater überträgt.

Was ist sonst wichtig?

Oftmals hapert es zu Beginn der Selbstständigkeit an den Finanzen. Je nach Betrieb müssen Produktionsanlagen angeschafft werden – und selbst ein Unternehmen, welches nur Büroräume benötigt, muss mit höheren Kosten rechnen. Diese Ausgaben müssen unbedingt geplant werden. Da oftmals die Aufnahme eines Kredits notwendig wird, sollten Gründer sich vorbereiten:

  • Businessplan – jeder Geldgeber möchte wissen, was er vor sich hat. Der Plan muss jedoch realistisch verfasst sein und das Unternehmen nicht mit exorbitanten Summen bewerten.

  • Zuschuss – Gründer können vom Staat einen Gründungszuschuss erhalten. Auch gibt es für Jungunternehmer eigene Kreditangebote, die sich durchaus lohnen können.

Bei der Anmietung von Büroräumen ist darauf zu achten, dass der Betrieb gut erreichbar ist und dass die Räumlichkeiten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

Fazit – keine Angst, um Hilfe zu bitten

Die Gründung eines Unternehmens ist kein leichtes Unterfangen und es sind tatsächlich viele Punkte zu berücksichtigen. Eben darum ist es von ungemeiner Bedeutung, dass Gründer nicht mit dem Kopf durch die Wand stoßen, sondern die zahlreichen Hilfestellungen, die es von Kammern, Behörden oder auch Steuerberatern gibt, nutzen. Natürlich kosten die Beratungsgespräche mitunter, doch kann diese Ausgabe am Ende bedeuten, dass kein teures Lehrgeld gezahlt werden muss. Denn wie heißt es so schön? Unwissenheit schützt vor Strafe nicht? (mz)

 

 

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