Onlinespieler in Deutschland – wer spielt wie?

Alleine von 2013 bis 2015 ist der Gaming-Markt in Deutschland von 2,408 Milliarden Euro auf 2,813 Milliarden Euro gestiegen und der Trend hält an.

Der deutsche Gaming-Markt ist mit Abstand der größte in Europa. In den letzten Jahren sind sowohl Umsätze als auch Gewinne stark gestiegen, wie „Gamezoom“ berichtete. Interessant ist vor allem, dass deutsche MMO-Spieler im Schnitt deutlich mehr Geld pro Monat in ihr Hobby investieren, als US-Amerikaner oder andere europäische Spieler.

Alleine von 2013 bis 2015 ist der Gaming-Markt in Deutschland von 2,408 Milliarden Euro auf 2,813 Milliarden Euro gestiegen und der Trend hält an. Außerdem ist auffällig, dass viele der Meinung sind, bei den Spielern handle es sich überwiegend um männliche Jungendliche. Das stimmt allerdings nicht. Studien zeigen, dass es in Deutschland mehr als 34 Millionen Gamer gibt, von denen lediglich rund 25% unter 20 sind. Die Mehrheit (58%) war im Jahr 2017, wie eine Erhebung von Statista zeigt, über 30 Jahre alt.

Auswirkung auf das Spielverhalten

Grundsätzlich zeigen Studien, dass junge Männer eher zu actionlastigen und spannenden Spielen neigen. Dieser Stereotyp trifft in gewisser Weise also zu. Allerdings ist der Anteil an Strategie-, Rollen-, Sport- und Rennspielen auf der anderen Seite unter den Geschlechtern und verschiedenen Altersklassen etwa gleich verteilt. Es gibt also nicht überall die klassischen Stereotypen, wie man sie vermuten würde, wie aus dem Bericht des Stern hervorgeht.

Durch den hohen Altersschnitt sind auch Angebote ab 18 Jahren sehr beliebt und werden zunehmend intensiver wahrgenommen und entsprechend auch angeboten. Dadurch ergibt sich die Legitimation eines Actionspiels, das ab 18 Jahren freigegeben ist, ebenso wie ein Online Casino Bonus, der zum Antesten des umfangreichen Slot- oder Glücksspiel-Angebotes im Internet lockt. Denn auch diese Tendenz zeigt sich anhand vieler Studien: Immer mehr Menschen – darunter nicht nur junge Menschen – neigen dazu, Browser- und mobile Spiele an Handy und Tablet zu spielen. Dazu zählen nicht nur langzeitorientierte Strategiespiele oder kurzweilige Clicker und Actionspiele, sondern eben auch kurzweilige, spannende Spiele, wie man sie beispielsweise im großen Onlineangebot von Casinos findet. So sieht man, wie eine Studie von Statista zeigt, dass der Umsatz von Online Casinos in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, während der Umsatz klassischer Spielbanken stetig zurückging.

Vom Wettbewerb zurück zum gemeinsamen Erlebnis

Betrachtet man das Spielverhalten der Anfangszeit von Computerspielen, stellt man fest, dass nahezu alle Spiele multiplayerfähig waren, sodass an einem Gerät gegen einen Freund gespielt werden konnte. Dieses Prinzip fand sowohl bei den ersten Computerspielen überhaupt, wie beispielsweise Pong, aber auch bei den späteren Konsolengenerationen wie dem Supernintendo und nachfolgenden Konsolen.

In Zeiten des Internet, in denen man immer weniger abhängig vom lokalen Spiel, LAN-Verbindungen oder zwei Personen vor dem Bildschirm wurde, verschob sich das Bild hin zu Onlinespielen, die kompetitiv gespielt wurden. Aus dieser Generation von Multiplayer-Spielen gingen auch eSports hervor, die mittlerweile so beliebt sind, dass sie sogar bei den nächsten olympischen Spielen, den Asia Games vertreten sein werden und damit als echter Sport anerkannt wurden.

Gleichzeitig hat sich in den letzten Jahren aber auch wieder ein Gegentrend entwickelt, sodass kooperative Spieletitel wie die Lego Spieleserien oder Lara Croft and the Guardian of Light wieder massentauglich wurden. Nintendos Wii brachte dann das Koop-Spiel wieder zurück ins Wohnzimmer. Dies ist dadurch zu erklären, dass eben die meisten Spieler einfach „nur“ Casual-Spieler sind, die hin und wieder vom Alltag entspannen, die Abwechslung und nicht nur den Wettbewerb suchen.

So sind Trends wie Virtual-Reality-Welten, die es gemeinsam zu erkunden gilt, Koop-Spiele über das Internet in organisierten Vereins- und Clanstrukturen oder auch gemeinsame Pokerrunden am Browser keine Randerscheinung, sondern die Zukunft des massentauglichen Spielens für alle Altersklassen.

Warum spielen die Deutschen online so gerne gemeinsam?

Deutschland ist traditionell das Land der Gesellschaftsspieler. Denn nirgendwo sonst auf der Welt wird so oft ein Brettspiel ausgepackt und zusammen gespielt, wie in Deutschland. So treffen sich alleine in Essen jedes Jahr 150.000 Gesellschaftsspiele-Fans, wie der Stern berichtete. Dieser Hang zum Gesellschaftsspiel überträgt sich auf das Onlinespiel, denn auch hier kann dank moderner Kommunikation über das Internet dank Sprachübertragung über Overwolf, Skype, Teamspeak & Co. in Verbindung mit modernen Multiplayer-Spielen ein Gemeinschaftssinn entstehen, wie man ihn von Brettspielen kennt. Dadurch kommt der Trend zum gemeinsamen Überleben in Survival-Shootern oder dem gemeinsamen Erkunden von Spielwelten nicht aus dem Nichts. Er ist aus der Verbindung von Gesellschaftsspielen und dem Massenphänomen der Onlinespiele entstanden.

Dieser Trend zeigt sich quer durch alle Genres. So finden sich Koop-Modi nicht nur in Rollen- oder Strategiespielen, sondern selbst in klassischen kompetitiven Shooterspielen wie Farcry oder auch in Online-Casinospielen über die Roulettetische mit Live-Dealern und mehreren Spielern, die online gemeinsam gegen die Bank spielen. Man könnte sagen, dass Gesellschaftsspiel wird digitalisiert und der derzeitige Trend zu VR-Spielen in 3D- und 360°-Umgebungen, bei dem die Spieleindustrie eine Schlüsselrolle einnimmt, könnte ebenfalls dazu beitragen, dass sich der gemeinsame Spieleabend in Zukunft mehr und mehr in die digitale Welt verlagert. (mz)

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