Sonnenschutz von Innen: Mit Astaxanthin gegen den Sonnenbrand

Der „Ironman" auf Hawaii gehört zu den gefährlichsten Triathlons der Welt. Nicht nur wegen des Sports – sondern wegen der Sonne. Die Triathleten schützen sich mit Spezialkleidung, Sonnenmilch – und einer Pille mit phänomenalen Eigenschaften.

Der „Ironman" ist ein Wettkampf, der wie kaum ein anderer seine Teilnehmer fordert: Sie schwimmen zuerst 3,9 Kilometer, fahren im Anschluss daran 180 Kilometer mit dem Rad und weil sie dann immer noch putzmunter sind, hängen sie noch einen Marathonlauf von 42,2 Kilometer hinten dran. Das alles unter der sengenden Sonne, die auf Hawaii besonders stark scheint. Gegen die UV-Strahlung hilft ihnen neben schützenden Kunstfasern und Sonnenmilch das Antioxidans „Astaxanthin“. Dieser Stoff wird aus Meeresalgen gewonnen und hat einige erstaunliche Eigenschaften, weshalb er bereits fester Bestandteil des Equipments der Triathleten zählt. Astaxanthin steigert nämlich auch die Leistungsfähigkeit des Körpers enorm – und das auf ganz natürliche Weise.

Ein Triathlet konnte sogar seinen jahrelangen Wunsch, den „Ironman“ zu schaffen mit Hilfe von zwei Astaxanthin-Kapseln täglich verwirklichen – im Alter von 75 Jahren. Er hatte schon mehrfach versucht, das Rennen zu schaffen, war aber immer auf der Hälfte der Radstrecke wegen Beinschmerzen gescheitert. Inzwischen ist er 78 und bereits der dritte erfolgreiche Ironman liegt hinter ihm.

Astaxanthin ist ein Carotinoid und wegen seiner zahlreichen Wirkungen nun als eine Art Wundermittel in Sportlerkreisen und bei ernährungsbewussten Menschen anerkannt. Der Grund, warum die Substanz in vielen Bereichen erfolgreich ist, ist einfach: Viele Beschwerden haben ein und dieselbe Ursache (oxidativer Stress und/oder Entzündungen). Sie zeigen sich nur deshalb an verschiedenen Körperstellen, weil jeder Mensch andere Schwachpunkte hat.

Astaxanthin gilt derzeit als stärkstes Antioxidans der Welt. Es kann sich äußerst effektiv im gesamten Körper verteilen, so dass seine schützende Wirkung jeder einzelnen Zelle und damit allen Organen, Geweben, Gelenken und der Haut zugute kommt. In einer Vergleichsstudie mit Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin und Astaxanthin zeigte sich, dass Astaxanthin fast 20mal besser wirkte als Vitamin E, über 50mal besser als Beta-Carotin und über 60mal stärker als Vitamin C.

Woher kommt Astaxanthin?

Astaxanthin ist ein Carotinoid. Carotinoide sind für die kräftigen Farben vieler Früchte und Gemüse zuständig. Sie färben Tomaten rot, Maiskörner gelb und Karotten orange. Es gibt über 700 verschiedene Carotinoide, von denen der Mensch nur wenige kennt. Es gibt zwei Gruppen von Carotinoiden: Die Carotine und die Xanthophylle. Das Beta-Carotin aus Karotten und das Lycopin aus Tomaten gehören zu den Carotinen. Zu den Xanthophyllen gehören das Lutein und Zeaxanthin – aber auch das Astaxanthin.

Astaxanthin kommt besonders häufig in Algen und Plankton vor, aber auch in einer beschränkten Anzahl von Pilzen und Bakterien. Tiere, die diese Algen in grossen Mengen fressen und somit Astaxanthin in sich anreichern, werden rosa – wie zum Beispiel Lachse, Forellen, Hummer, Shrimps, Krill, Krabben oder Flamingos. In Krill-Öl ist deshalb besonders viel Astaxanthin enthalten.

Am Beispiel Lachs sieht man auch die Ausdauerwirkung der Substanz: Lachse enthalten die höchste Astaxanthin-Konzentration der Welt und gehören gleichzeitig zu den Ausdauer-Champions der Tierwelt. Ohne Astaxanthin wären Lachse zu schwach, um stromaufwärts zu schwimmen. Auch sähen sie blass und erschöpft aus.

Die Portion Lachs, die man essen müsste, um die empfohlene Astaxanthin-Dosis für Sport oder Sonnenschutz zu erhalten wäre übrigens riesig: 1,5 Kilo täglich. Deshalb empfiehlt sich eine Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel.

Die chemischen Eigenschaften

Astaxanthin hat zwei große Vorteile vor anderen Antioxidantien: Es ist teilweise fett- und wasserlöslich zugleich und lagert sich aufgrund seiner Molekülstruktur quer durch die Membranen von Zellen und Mitochondrien ein. Mitochondrien sind die Zellkraftwerke und die Quellen von freien Radikalen. Während andere Antioxidantien wie Vitamin C lediglich wasserlöslich sind und sich außerhalb der Membran einlagern, oder wie das fettlösliche ß-Carotin nur innerhalb der Doppellipidschicht vorliegen, durchspannt Astaxanthin die Zellmembran regelrecht und fängt somit freie Radikale effizienter ab. Der fettlösliche Teil des Astaxanthin-Moleküls weist viele Doppelbindungen auf und fängt freie Radikale innerhalb der Zellmembranen ab. Außerdem hat das Molekül terminale Ringe, die an den beiden Oberflächen der Doppellipidschicht Radikale unschädlich machen. Astaxanthin beschützt auf diese Weise vor allem die mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6) innerhalb der Zellmembran vor reaktiven Sauerstoffspezies.

Warum wirkt Astaxanthin als Sonnenschutz?

Ein Sonnenbrand ist eine Entzündung, weshalb ihm mit Astaxanthin bestens vorgebeugt werden kann, ohne dass man sich ständig Sonnenschutzcremes mit bedenklichen Zutaten auftragen muss. Astaxanthin schützt die Haut von innen heraus gegen die UV-Strahlung und man kann sich deutlich länger in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnebrand zu bekommen. Man kann sich z. B. vor dem Urlaub einen wirksamen Schutz mit Astaxanthin-Präparaten aufbauen. Im Allgemeinen wird eine Einnahme von 4 Milligramm täglich über 4 Wochen hinweg empfohlen, bevor man den Sonnenschutz braucht. Dann setzt man die Einnahme weiter fort. Der durch das Astaxanthin entstehende Sonnenschutz nimmt mit jeder Woche zu, da sich der Stoff erst im Körper und in den Hautzellen einlagern und sich dort anreichern muss.

Öfter mal Tomatenmark essen

Es gibt aber noch andere Sonnenschutzsubstanzen, die in Nahrungsmitteln stecken, wo man sie gar nicht vermutet: Das Beta-Karotin zum Beispiel. Dermatologen der Universität Düsseldorf konnten nachweisen, dass bereits 24 Milligramm dieser orange-gelben Substanz täglich ausreichen, um in der Haut den Lichtschutzfaktor 3 zu entwickeln. Wenn man das Carotin mehrere Wochen einnimmt und mit Vitamin E kombiniert, lässt sich dieser Effekt sogar noch steigern, zeigten andere Studien. Pillen braucht man dafür nicht einmal: Das Düsseldorfer Forscherteam ermittelte, dass bereits 40 Gramm Tomatenpaste und 10 Gramm Olivenöl einen beachtlichen Sonnenschutz aufbauen – Zutaten, die man ja leicht in jedem Pastagericht unterbringen kann. Die schlichten Zutaten haben eine hohe Wirktstoffkomplexität: Die Tomatenpaste enthält neben Beta-Carotin große Mengen an Lykopin (ebenfalls ein Antioxidans). Das Olivenöl lässt die beiden fettlöslichen Substanzen schnell in den Körper gelangen, außerdem enthält es viel Vitamin E. Die Zeitung „Welt“ berichtete darüber.

Sonnenschutz durch Grünen Tee

Auch Grüner Tee zählt mit seinen Polyphenolen zu den Nahrungsmitteln mit hohem antioxidativem Potenzial und bewirkt laut Studien Sonnenschutz: Ein Forscherteam der englischen University of Exeter ließ zehn Probanden drei Tassen Grüntee zum Frühstück trinken, um sie dann vor einen UV-Strahler zu setzen, berichtete die „Welt“. Eine Stunde, nach dem sie den Tee getrunken hatten, trat ein deutlicher Sonnenschutzeffekt von innen ein, der lange anhält. Und auch hier konnte der Effekt nicht vom Meerwasserbad fortgespült werden. Auch mit Heidelbeeren wurden ähnliche Entdeckungen gemacht. (rf)

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