Aktuelle Nachrichten – Klima
10.07.2008
Der frühere Direktor des UN-Umweltprogramms, Klaus Töpfer, hat das G-8-Abkommen zum Klimaschutz kritisiert. „Für den Klimaschutz hat sich in Toyako nicht viel getan“, sagte der CDU-Politiker der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“. Mehr als ein zartes Bekenntnis zum Klimaschutz sei das nicht. Nötig seien wesentlich schnellere Weichenstellungen als jetzt beim G8-Gipfel vorgezeichnet.
Von der UN- Klimaschutzkonferenz im nächsten Jahr in Kopenhagen erwarte er ein Abkommen mit konkreten Minderungszielen bis 2050 samt verbindlicher Zwischenziele und Überprüfungsmechanismen. Um Schwellenländer wie Indien und China auf konkrete Klimaziele zu verpflichten, benötigten diese Länder konkrete Hilfen. Dafür seien Vereinbarungen zur technologischen Zusammenarbeit notwendig. Langfristig müssten gleiche Emissionsrechte für jedes Land das Ziel sein, abhängig von der jeweiligen Bevölkerungszahl.
Eine deutliche Absage erteilte Töpfer der Atomenergie. „Für das Klimaproblem wird die Kernenergie ohne jeden Zweifel nicht die Lösung sein“, sagte er. Höchstens für eine Übergangszeit könne die Kernenergie als ergänzende Option eine Rolle spielen. „Um überhaupt etwas für den Klimaschutz zu erreichen, müssten weltweit schon Tausende Kernkraftwerke zusätzlich gebaut werden. Das ist nicht realistisch und würde die Gefahr vergrößern, dass nukleares Material in die falschen Hände gerät.“
Jeremy Hobbs, Geschäftsführer von Oxfam International, äußerte sich ebenfalls enttäuscht über das Ergebnis: „Fortschreitender Klimawandel, galoppierende Nahrungsmittelpreise und Verschärfung der weltweiten Armut – nie zuvor war ein G8-Gipfel derart zu entschlossenem Handeln gefordert.
Doch der diesjährige G8-Gipfel war den Herausforderungen einer krisengeschüttelten Welt nicht gewachsen. Einige Staats- und Regierungschefs haben durchaus versucht, die Dinge voranzubringen. Letztlich hat der Gipfel jedoch nicht den Durchbruch gebracht, der so dringend nötig wäre. Die getroffenen Vereinbarungen sind äußerst schwach, insbesondere diejenigen zum Thema Klimawandel."
Die Bilder von den Regierungschefs als Pappkameraden dargestellt durch die protestierenden Oxfam-Mitglieder gingen um die Welt. OXFAM ging hevor aus dem Oxforder Komitee zur Linderung der Hungersnot (OXford Committee for FAMine Relief) nach dem zweiten Weltkrieg und agiert inzwischen international. (AP/rls)
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