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Prozess-Auftakt in Koblenz Tonnenweise Drogen in Deutschland angebaut

DAPD

24.06.2009

(AP Photo/Roberto Pfeil)
(AP Photo/Roberto Pfeil)

Koblenz – Wegen Anbaus und Verkaufs von fast 15 Tonnen Marihuana stehen seit Mittwoch fünf Männer in Koblenz vor Gericht. Die drei Hauptangeklagten sollen zwischen 2004 und 2007 auf Ackerflächen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz insgesamt 14,5 Tonnen der Droge geerntet haben. Darüber hinaus wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor, aus den Niederlanden weitere rund sechs Tonnen Marihuana importiert zu haben.

Der Gesamtwert der Drogen wird nach Angaben der Verteidiger auf 38,7 Millionen Euro geschätzt. Bei den Hauptangeklagten handelt es sich um drei Deutsche im Alter von 49, 60 und 64 Jahren. Diese bestreiten die Vorwürfe.

Beim Anbau der Cannabis-Pflanzen sollen die Hauptangeklagten zu Tarnungszwecken Flächen im Kreis Ahrweiler sowie im Rhein-Erft-Kreis genutzt haben, die ringsum von hoch wachsenden Maispflanzen umgeben waren. Das Marihuana sei in Deutschland an verschiedene Abnehmer weiterverkauft worden.

Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden

Das Verfahren kam am ersten Prozesstag nur schleppend in Gang. Mehrere Verteidiger stellten Befangenheitsanträge gegen den Vorsitzenden Richter Thomas Metzger. Sie warfen dem Richter Verstöße gegen elementare Vorschriften der Strafprozessordnung vor. Die Verteidiger kritisierten, die Anklage stütze sich im wesentlichen auf die Angaben zwei Angeklagter aus einem anderen Drogenprozess.

Diese hätten wahllos Menschen beschuldigt, um sich in ihrem Verfahren Vorteile zu erkaufen. Dabei habe der Hauptbelastungszeuge ein erhebliches Vorstrafenregister und sei in zwei Gutachten als „abnorme Persönlichkeit“ und „Geschichtenerzähler“ eingestuft worden.

Auch zwei Helfer angeklagt

Im kleineren Umfang sollen die Beschuldigten auch mit harten Drogen gehandelt haben. So ist auch ein 53-jähriger Deutscher angeklagt, der als Zwischenhändler fungiert haben soll. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen kaufte der Angeklagte der Dealerbande neben 23 Kilogramm Marihuana auch Amphetamin, Ecstasy, Heroin und Kokain im Kilobereich ab. Zum soll er eine Vertriebsschiene aufgebaut haben, um Marihuana aus den Niederlanden in die Schweiz zu schmuggeln.

Des weiteren nahm auf der Anklagebank ein 31-jähriger Deutscher Platz, der ebenfalls als Zwischenhändler rund 360 Kilogramm Marihuana verkauft haben soll. Der Prozess ist vorerst bis Oktober terminiert. (AP)

 

 

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