Viele Legenden ranken sich um den Ursprung der chinesischen Drachenboot-Festivals, die mit dem Tod des Staatsmannes und Poeten Qu Yuan verbunden sind. Dieser wurde vermutlich im Jahr 340 v.Chr. als Sohn einer aristokratischen Familie in der heutigen Provinz Hubei geboren. Sein König berief Qu Yuan zum Minister für Gesetz und religiöse Zeremonien und alle damaligen Gesetze des Landes Chu wurden von ihm niedergeschrieben und waren in der sogenannten Zeit der „Streitenden Reiche“ verbindlich.
In Folge eines Streites mit dem Großkämmerer über die Außenpolitik wurde Qu Yuan vom König all seiner ministerialen Dienste enthoben und vom Königshof in die Provinzen südlich der Hauptstadt Jiang Ling verbannt.
Auf seinem Weg ins Exil gelangte er an den Fluss Mi Luo in der Provinz Hunnan. Hier schrieb er viele Gedichte wie zum Beispiel den berühmten Li Sao-Zyklus; eine Sammlung von Klageliedern, die chinesische Schüler heute noch auswendig lernen müssen. Einsam und ohne politischen Einfluss, sah Qu Yuan irgendwann wohl keinen anderen Ausweg mehr und ertränkte sich aus Kummer in den Fluten des Flusses.
Die Nachricht über seinen Freitod verbreitete sich sehr schnell in den nahe gelegenen Dörfern und die Fischer versuchten, ihn zu retten. Dabei lieferten sie sich ein Wettrennen mit ihren drachenbootähnlichen Kanus und versuchten, mit lautem Trommeln die gefährlichen Fische zu vertreiben.
Seitdem werden am fünften Tag des fünften Mondmonats nach dem traditionellen chinesischen Kalender zu Ehren Qu Yuan´s Drachenbootfeste mit einer Drachenboot-Regatta zelebriert.
Bei diesen Festen werden traditionell „Zongzi“ gegessen. Diese Zongzi sind Klöße aus Klebreis mit verschiedenen Füllungen, die in Bambusblätter eingewickelt sind. Sie sollen an die Reisklöße erinnern, die man damals in den Fluss geworfen haben soll, damit die Fische nicht den Leichnam von Qu Yuan fressen.
Die bei diesen Festlichkeiten zur Schau gestellten Drachenboote sind offene „Paddelboote“, die durch Bemalungen oder gar durch aufwendige Schnitzarbeiten einen chinesischen Drachen darstellen. Je nach Bootstyp werden sie von zehn bis über 50 Paddlern mit Stechpaddeln angetrieben. Ein Trommler sorgt mit seinen Schlägen für einen gleichmäßigen Takt und ein Steuermann im Heck steuert das Boot mit einem Langruder. Unterschieden werden die Boote in Traditionsboote und Sportboote, wobei letztere nur noch wenig mit einem altchinesischen Drachenboot gemeinsam haben.
Seit den 70er Jahren hat sich aus den traditionellen Bootsrennen ein populärer Wettkampf- und Leistungssport in mittlerweile über 40 Nationen der Welt entwickelt und internationale Rennen gibt es derzeit auch in Australien, Kanada, Neuseeland, Malaysia, Südafrika und Europa. Sie sind außergewöhnliche und aufregende Spektakel der Drachenboot-Kultur, die seit den Zeiten Qu Yuan´s die ganze Welt erobert hat.
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