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Deftiges Mettenmahl – Traditionelle Weihnachtsgerichte

DAPD

16.12.2010

Berlin – Zur Weihnachtszeit wird gern geschlemmt, doch die heute so gern gegessene Gans war bis vor 100 Jahren als Weihnachtsspeise noch völlig unbekannt. Schließlich war Winterzeit Schlachtzeit, und es wurde mit der "Britsuppe", der Kochsuppe von Blut- und Leberwürsten, das adventliche Fasten gebrochen. Auch die "Engelspeis", eine reichhaltige Schlachtschüssel mit geräucherten Blut-, Leber-, Speck- und Bratwürsten, ist so ein Gericht.

Beim Mettenmahl gab es keine Gäste, und man selbst war nirgendwo zu Gast. Oft stand ein überzähliges Gedeck auf dem Tisch ? mal wurde dies als Einladung an das herbergsuchende Paar Maria und Josef gedeutet, mal als Erinnerung an den Letztverstorbenen der Familie. Vom Essen wurde vielfach ein Stückchen Brot aufgehoben, um zerrieben im Frühjahr mit der Saat in den Boden zu gelangen.

Nicht nur Honig- oder Lebkuchen sind ein traditionelles Backwerk zur Weihnachtszeit. In manchen Regionen Deutschlands wurde im Advent ein Früchtebrot gebacken. Es geht zurück auf den Heiligen Nikolaus, der während einer Hungersnot ein aus trockenen Früchten gebackenes Brot an das darbende Volk verteilt haben soll.

Sehr beliebt war Karpfen, der gerade zu dieser Zeit besonders fett war. Es heißt, die Mönche hätten ihn in der kurzen, gedrungenen Form als Spiegelkarpfen gezüchtet, damit er nicht über den Tellerrand hinaus ragte, was verboten gewesen wäre.

(dapd)

 

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