New York – Filmfans in aller Welt sind geschockt: Völlig überraschend ist im Alter von nur 28 Jahren der australische Schauspieler Heath Ledger gestorben. Der frühe Tod des „Brokeback-Mountain“-Stars löste vor allem in USA und Australien Bestürzung aus. Eine Haushälterin und ein Masseur fanden Ledgers Leiche am Dienstag am Fuß eines Betts in einer Wohnung im New Yorker Stadtteil SoHo, wie die Polizei mitteilte. Neben dem Bett wurden starke Schlaftabletten gefunden. Es gebe aber keine offensichtlichen Hinweise auf einen Selbstmord, sagte ein Polizeisprecher.
Die Familie wies Spekulationen über einen möglichen Freitod energisch zurück. Sein Tod sei ein Unglücksfall, erklärte sein Vater Kim Ledger in Perth. Eine erste Autopsie brachte am Mittwoch keine Klarheit über die Todesursache. Weitere Untersuchungen seien notwendig, erklärten die zuständigen Behörden. Für eine vollständige Untersuchung wurden bis zu zehn Tage veranschlagt.
Heath Ledger feierte mit seiner Rolle als schwuler Cowboy in „Brokeback Mountain“, für die er 2006 für den Oscar nominiert wurde, seinen internationalen Durchbruch. Bei den Dreharbeiten lernte er Michelle Williams kennen, die in dem Film seine Frau spielte und mit der er die heute zweijährige Tochter Matilda hat. Das Paar trennte sich im vergangenen Jahr. Ledger war unter anderem in „Monster's Ball“, „Der Patriot“ und „Ritter aus Leidenschaft“ zu sehen.
Bei den Dreharbeiten für den nächsten „Batman“-Film stand er als Bösewicht Joker vor der Kamera. Die Figur beschrieb er selbst als „psychopatischen, Massenmord begehenden, schizophrenen Clown mit null Mitgefühl“. Während der Dreharbeiten habe er kaum schlafen können, sagte er im November in einem Interview der „New York Times“.
Nach Bekanntwerden der Todesnachricht versammelten sich rund 300 Menschen vor dem Gebäude in New York. Fans legten Blumen nieder.
Ledger hatte einen Termin für eine Massage in der Wohnung, in der er auch gelebt haben soll. Der Masseur und die Haushälterin entdeckten seinen unbekleideten Leichnam am Nachmittag. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Der Schauspieler und Regisseur Mel Gibson, der ebenfalls aus Australien stammt, erklärte zum Tod von Ledger: „Ich hatte so große Hoffnungen für ihn.“ Es sei ein tragischer Verlust, dass er in so jungem Alter sein Leben verloren habe. Die australische Schauspielerin Nicole Kidman sagte, es sei eine „schreckliche Tragödie“, und sprach der Familie Ledgers ihr Beileid aus. Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd sagte, das Land habe einen seiner größten Schauspieler verloren.
Das Weiße Haus vertagte angesichts des Todesfalls einen seit langem für Mittwoch geplanten Auftritt von US-Präsident George W. Bush. Der Präsident wollte eine Werbekampagne gegen den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln als Drogen vorstellen, wie seine Sprecherin Dana Perino erklärte. Bush wolle nicht, dass der Auftritt aufgrund der aktuellen Ereignisse als opportunistisch erscheine, sagte sie.
Ledger wurde am 4. April 1979 in der australischen Stadt Perth geboren. Schon im Alter von zehn Jahren spielte er dort in einem Amateurtheater. Mit 16 verließ er die Schule und zog nach Sydney, mit 19 ging er nach Los Angeles. Zuletzt zog er dem Glamour in Hollywood jedoch ein Bohème-Leben in Brooklyn vor.
1999 hatte er mit der Teenie-Komödie „10 Dinge, die ich an Dir hasse“ Erfolg, lehnte ähnliche Rollen dann aber konsequent ab und wandte sich mehr und mehr ernsten und düsteren Rollen zu. (AP)