Aktuelle Nachrichten – China - Politik
03.06.2008
Dujiangyan/China – Mehr als hundert Eltern haben auf einer Demonstration im chinesischen Katastrophengebiet bauliche Mängel für den Einsturz von Schulen und den Tod ihrer Kinder bei dem verheerenden Erdbeben vor drei Wochen verantwortlich gemacht. Viele Väter und Mütter trugen Fotos ihrer getöteten Kinder mit sich. Die Polizei beendete den Protest am Dienstag rasch und zerrte die Demonstranten zur Seite.
„Wir wollen Anklage erheben“, riefen die Eltern vor dem Gerichtsgebäude der Stadt Dujiangyan. Bei dem Erdbeben wurden in den Schulen der Provinz Sichuan rund 7.000 Klassenzimmer zerstört. Allein beim Einsturz der Schule in Juyuan in der Nähe von Dujiangyan kamen mehr als 270 Schüler ums Leben. Es gab Berichte, wonach in den Trümmern der eingestürzten Schule keine Stahlbewährungen im Beton gefunden worden seien.
Die Polizei reagierte sehr gereizt auf die Demonstration. Ein AP-Reporter und zwei Fotografen, die über den Protest berichten wollten, wurden von den Sicherheitskräften mit Gewalt ins Gerichtsgebäude abgedrängt, damit sie die Kundgebung nicht sehen.
Das schwerste Erdbeben in China seit drei Jahrzehnten kostete nach amtlichen Angaben 69.019 Menschen das Leben. Mehr als 18.000 werden noch vermisst. Fünf Millionen Bewohner der Region wurden obdachlos. (AP)
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