New York – Traumatisierungen wirken sich bei Kindern auch nachteilig auf die Gehirnstruktur aus. Eine kalifornische Untersuchung zeigt, dass schwer traumatisierte Kinder einen kleineren Hippocampus haben. Diese Hirnregion ist für das Gedächtnis wichtig. Damit bestätigten die Forscher der Universität Stanford die Resultate früherer Studien an Tieren erstmals auch an Menschen.
Die Kinder- und Jugendpsychiater untersuchten 15 Jungen und Mädchen im Alter von 7 bis 13 Jahren, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) litten. Dabei hatten Kinder mit einer schweren PTBS-Symptomatik und höheren nächtlichen Werten des Stresshormons Cortisol – einem weiteren Indiz für eine starke Traumatisierung – einen kleineren Hippocampus als die weniger stark traumatisierten Teilnehmer.
Tierstudien hatten bereits ergeben, dass Cortisol Nervenzellen im Hippocampus abtöten kann. Damit geraten schwer traumatisierte Kinder in einen Teufelskreis, wie die Forscher in der Zeitschrift „Pediatrics“ vermuten: Eine geringere Größe des Hippocampus erschwert es ihnen, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Dies erhöht wiederum die Stressbelastung, die über das Hormon Cortisol den Hippocampus weiter schädigt.
(Quelle: „Pediatrics“, Vol. 119, S. 509-516) (AP)
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