Düsseldorf – Trotz eines kleinen Gewinns im ersten Quartal sieht sich die krisengeschüttelte IKB auch zwei Jahre nach ihrem Beinahe-Zusammenbruch noch nicht über den Berg. Die Finanz- und Konjunkturkrise belasteten weiterhin die Geschäftentwicklung, teilte das mit staatlichen Milliardenhilfen gestützte Geldinstitut am Montag mit. Wegen der Wirtschaftskrise rechnet die Mittelstandsbank mit mehr Kreditausfällen und muss daher nach eigenen Angaben die Risikovorsorge erhöhen. Die Finanzlage bleibe „unverändert angespannt“.
Mit einem Plus von rund 20 Millionen Euro ist die IKB zum Auftakt ihres neues Geschäftsjahres unterm Strich wieder in die Gewinnzone gerutscht. Im ersten Quartal 2008/2009 war noch ein Verlust von 517 Millionen angefallen. Das operative Ergebnis lag von Anfang April bis Ende Juni bei 14 Millionen Euro nach einem Minus von 513 Millionen Euro im Vergleichszeitraum.
Positiv wirkten sich nach Angaben der Bank Ergebnisbeiträge aus Portfolioinvestments sowie Marktgewinne aus langfristigen Anlagen und Derivaten aus. Einbußen musste das marode Geldinstitut dagegen im klassischen Bankgeschäft hinnehmen. Der Zinsüberschuss sank um 67 Millionen auf 52 Millionen Euro, der Provisionsüberschuss auf minus 5,3 Millionen Euro nach knapp 14 Millionen im Vorjahresquartal. Um für Kreditausfälle besser gerüstet zu sein, steigerte die IKB den Risikovorsorgeaufwand um 38 Millionen auf 64 Millionen Euro.
Weil eine unbesicherte Refinanzierung am Bankenmarkt derzeit schwierig ist, hängt die marode Düsseldorfer Bank weiter am Staatstropf: Erst im Juli hatte die IKB, die nach massiven Fehlspekulationen vor zwei Jahren als erste deutsche Bank in den Sog der US-Immobilienkrise geraten war, eine neue Milliardenspritze vom Staat erhalten. Der Bankenrettungsfonds SoFFin erhöhte den Garantierahmen um weitere sieben Milliarden Euro auf insgesamt zwölf Milliarden Euro.
Nach Ausbruch der Krise hatte die IKB nur durch ein 10 Milliarden Euro schweres Rettungspaket ihrer damaligen Hauptaktionärin, der Staatsbank KfW, des Bundes und privater Banken vor dem Zusammenbruch bewahrt werden können. Im vergangenen August wurde die Bank dann vom US-Finanzinvestor Lone Star für gut 100 Millionen Euro übernommen. Vier Monate später griff der Bankenrettungsfonds SoFFin dem Institut dann mit Garantien in Höhe von 5 Milliarden Euro erstmals unter die Arme. Damit wollte die IKB das Geschäft mit Unternehmenskunden ankurbeln und seine Liquidität sicherstellen.
Weiter vorantreiben will die Bank auch in den nächsten Monaten ihre Konzentration auf die Mittelstandskunden und die Steigerung ihrer Provisionserträge. Gleichzeitig sollen die Kosten laut IKB nicht zuletzt durch den Abbau von rund 370 Arbeitsplätze gesenkt werden. (AP)
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