Aktuelle Nachrichten – Kultur
16.02.2010
Foto: apn/Photo Berlinale
Berlin (apn) Mit einem beeindruckendem Film aus der Türkei ist der Berlinale-Wettbewerb am Dienstag fortgesetzt worden. Regisseur Semih Kaplanoglu erzählt in dem Drama „Bal“, “Honig“, die tragische Geschichte einer Familie im ländlichen Anatolien. Als ein mysteriöses Bienensterben einsetzt und die Lebensgrundlage der Familie gefährdet, sucht Yakub im fernen Gebirge einen neuen Standort. Sein sechsjähriger Sohn und seine Frau lässt er alleine zurück. In der Pressevorführung erhielt der Film viel Beifall.
In ruhigen, poetischen Bildern voller Symbolgehalt erzählt Kaplanoglu in 103 Minuten zum einen von der Abhängigkeit zwischen Natur, Mensch und Familie. Zum anderen erzählt er sensibel die Geschichte eines sechsjährigen Jungen, der trotz seines Stotterns in der Schule kein Außenseiter ist, sondern gefördert wird.
Zur Pressekonferenz nach der Vorführung war sein Darsteller Bora Altas auch gekommen – und thronte als wohl jüngster „Filmstar“ dieser Filmfestspiele auf dem Podium vor den Journalisten. Es sei ganz toll gewesen, in dem Film mitzuspielen, sagte er und fügte hinzu: „In dem Film habe ich aber gestottert.“
„Bal“ ist der letzte Teil einer Trilogie. Der erste Teil hieß „Ei“. Der zweite Teil „Milch“ lief 2008 im Wettbewerb der Filmfestspiele Venedig. Musik brauche er in seinem Film nicht, sagte Kaplanoglu. „Der Klang der Natur ist etwas, was Gefühle transportieren kann, ohne dass man Musik bräuchte.“ Er habe auch das harte Leben in dieser Gegend der Türkei zeigen wollen. Es gebe hier viele Erdrutsche, viel Regen. „Die Natur stellt unglaubliche Herausforderungen an die Menschen.“
Ebenfalls in das Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären ging am Dienstag der iranische Thriller „Zeit des Zorns“ von Rafi Pitts. Der Film handelt von einem ehemaligen Häftling, der erfährt, dass seine Frau bei einer Schießerei auf einer Demonstration getötet und seine Tochter vermisst wird. In einem Racheakt erschießt er zwei Polizisten und flieht in den Wald bei Teheran.
Außer Konkurrenz startete der amerikanische Film „Please Give“ von Nicole Holofcener. Er handelt von einer Familie, die eine Wohnung kauft, in der noch eine alte Mieterin wohnt. Eigentlich warten sie auf deren Tod, um die Wohnung nutzen zu können. Dann aber entwickeln sie eine Beziehung zu ihr.
http://www.berlinale.de/ (AP)
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