Aktuelle Nachrichten – Verbraucher
29.07.2009
Nürnberg – Schwimmtiere und Luftmatratzen können gefährlich sein: Der TÜV Rheinland warnt vor dem Kauf aufblasbarer Badeartikel im Mittelmeerraum. Bei einem Test hätten 17 von 25 vor Ort am Strand gekauften Produkten so schlecht abgeschnitten, dass sie innerhalb der EU eigentlich gar nicht verkauft werden dürften, teilte der TÜV am Mittwoch in Nürnberg mit. Dort wurden die Produkte im Juli von der Landesgewerbeanstalt (LGA) getestet.
„Wer in Urlaubslaune am Strand aufblasbare Badeartikel oder Schwimmtiere kauft, geht ein doppeltes Risiko ein“, warnte TÜV-Rheinland-Geschäftsleiter Wilhelm Schubert. „Einerseits ist die Qualität minderwertig. Das zeigt sich an schlechten Materialien und schlechter Verarbeitung. Andererseits sind Gefahren für die Gesundheit im Kauf gleich eingeschlossen – besonders für Kinder.“
In 21 der 25 getesteten Produkte wurden den Angaben nach hohe Konzentrationen des Weichmachers Phthalat gefunden, der im Verdacht steht, krebserregend zu wirken. In sechs Badeartikeln wiesen die Tester zudem in hoher Dosierung ebenfalls als krebserregend geltende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nach. „Viele Hersteller und Importeure dieser Billigprodukte halten sich an keinerlei Empfehlungen oder Richtwerte für Schadstoffbelastungen“, kritisierte Schubert.
Am schlechtesten schnitten laut Schubert Luftmatratzen ab: Alle sieben getesteten Exemplare seien erheblich mit Weichmachern belastet gewesen. Zum Teil rieche das Wasserspielzeug auch stark nach Lösemitteln oder Plastik.
Neben der chemischen Belastung bemängelten die Prüfer leicht abreißbare Ventile und andere Kleinteile, die zum Sicherheitsrisiko für Kinder werden könnten. Bei zwei Badeartikeln für kleine Kinder – Ringen aus Spanien und Italien – bestehe sogar die Gefahr, dass sie sich an einer befestigten Schnur strangulierten.
Der TÜV Rheinland rät daher, beim Kauf von Wasserspielzeug und anderen Badeartikeln nicht nur auf den Preis zu achten, sondern auch auf Qualität und Sicherheit. Dazu gehöre, im Fachhandel zu kaufen und auf Gütesiegel wie das GS-Zeichen zu achten. Empfehlenswert sei auch ein Geruchs- und Tasttest, um schlecht verarbeitete Nähte, Ventile oder chemische Belastungen sofort auszumachen. Im Zweifelsfall sollte dann von einem Kauf abgesehen werden.
Für ihren Test kauften die Prüfer im Juli direkt am Strand in Griechenland, Italien, Kroatien, Spanien und der Türkei Badeartikel zum Preis von fünf bis zehn Euro. (AP)
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