Aktuelle Nachrichten – Panorama
04.02.2009
Berlin – Vorhang auf, Film ab: Mit der Weltpremiere von Tom Tykwers Wirtschafts-Thriller „The International“ starten am morgigen Donnerstag die 59. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Auf dem Roten Teppich vor dem Berlinale-Palast werden unter anderen die Hauptdarsteller Clive Owen und Armin Mueller-Stahl sowie Regisseur Tykwer erwartet. Das Festival wird von Berlinale-Direktor Dieter Kosslick, Jury-Präsidentin Tilda Swinton und Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet.
Zu den weiteren prominenten Gästen des Abends gehört die Crème de la Crème des deutschen Films, unter anderen Iris Berben, Senta Berger, Daniel Brühl, Doris Dörrie, Hannelore Elsner und Bruno Ganz. Darüber hinaus haben sich Herbert Grönemeyer, Nina Hagen, Corinna Harfouch, Nina Hoss, Franka Potente, Volker Schlöndorff, Til Schweiger, Jürgen Vogel und Wim Wenders angekündigt. Außerdem will politische Prominenz kommen, darunter Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker und der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer.
Tykwer beschäftigt sich in der amerikanisch-deutschen Produktion mit den üblen Machenschaften der internationalen Bankenwelt. Der Film läuft aber außer Konkurrenz. Insgesamt gehen 18 Produktionen ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären, die am 14. Februar vergeben werden. Mit dabei sind auch zwei originär deutsche Filme: nämlich „Alle anderen“ von Maren Ade über die tragikomische Geschichte eines ungleichen Paares, sowie „Sturm“ von Hans-Christian Schmid über die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen im früheren Jugoslawien.
Insgesamt werden in den verschiedenen Reihen in diesem Jahr 386 Filme aus 60 Ländern gezeigt, darunter 98 mit deutscher Beteiligung. Der deutsche Film ist nach Kosslicks Angaben damit so stark wie noch nie zuvor auf der Berlinale vertreten.
Derweil meldete die deutsche Kinobranche trotz Krise ein Ende ihrer Talfahrt. Insgesamt kamen 129,4 Millionen Besucher in die Kinos und damit vier Millionen mehr als im durchwachsenen Jahr 2007, wie die Filmförderungsanstalt , FFA, mitteilte. Zugleich stieg der Umsatz um 4,9 Prozent auf 794,7 Millionen Euro. Mit einem Marktanteil von 26,6 Prozent erzielten deutsche Filme dabei den höchsten Wert seit 1991. Erfolgreichster Film des Jahres war Til Schweigers „Keinohrhasen“.
Über Schweigers Komödie „Keinohrhasen“ amüsierten sich den Angaben zufolge alleine im letzten Jahr 4,9 Millionen Besucher. Insgesamt erreichten elf deutsche Filme mehr als eine Million Besucher, auch dies sei eine neue Rekordmarke seit der Wiedervereinigung.
2006 waren noch 136,7 Millionen Kinobesucher gezählt worden, die für einen Umsatz von 814,4 Millionen Euro gesorgt hatten. Vor fünf Jahren hatten 156,7 Millionen Kinogänger für einen Umsatz von 892,9 Millionen Euro gesorgt.
Die Prognose für 2009 sieht trotz der Krisenzeit gar nicht so schlecht aus. In einem AP-Gespräch bestätigte Berlinale-Direktor Kosslick die These, dass in schlechten Zeiten mehr Menschen ins Kino gehen. „Immer, wenn es große Rezessionen gab, war das so. Im Moment ist das bei uns auch so, die Leute gehen zurzeit gerne ins Kino“, sagte er.
http://www.berlinale.de/ (AP)
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