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Ude fällt nach Lösung der K-Frage ein Stein vom Herzen

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28.09.2012

Christian Ude - Kommunalpolitikertag der bayerischen SPD-Landtagsfraktion Foto: Uwe Lein
Christian Ude - Kommunalpolitikertag der bayerischen SPD-Landtagsfraktion

Foto: Uwe Lein

München – Bayerns designierter SPD-Spitzenkandidat bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr, Christian Ude, versprühte gute Laune, als er zu einem Treffen von Kommunalpolitikern seiner Partei in den bayerischen Landtag kam. Zwar hatte der als Stargast vorgesehene SPD-Bundeschef Sigmar Gabriel kurzfristig abgesagt. Der Grund für dieses Schritt zauberte aber fröhliches Lächeln auf Udes Lippen: Endlich zeichnete sich ein Entscheidung im Ringen um die Kanzlerkandidatur ab - und Gabriel, von dem Ude den geringsten Rückenwind im Bayern-Wahlkampf erwartet hätte, war aus dem Rennen.

Erst am Donnerstag hatte der Münchner Oberbürgermeister den SPD-Vorsitzenden bei einer Veranstaltung in Nürnberg getroffen. War ihm dabei schon aufgefallen, dass Gabriel auf die Kanzlerkandidatur verzichten will? "Nein, nichts", versicherte Ude am Freitag bei einem Pressegespräch: "Er hatte gestern Abend noch vor, heute Vormittag hier zu sein."

Ude fügte hinzu: "Also hat es ihn - zumindest was den zeitlichen Ablauf angeht - wohl selber überrascht." Bei der Verabschiedung habe Gabriel noch gesagt: "Bis morgen!" Es sei offensichtlich nicht der Wille des SPD-Chefs gewesen, dass die Entscheidung in der K-Frage auf diese Weise bekannt wird.

Ude hatte bereits seit einiger Zeit signalisiert, dass er gegen eine Kanzlerkandidatur Gabriels ist. Grund war die größere Popularität des früheren Bundesfinanzministers Peer Steinbrück und von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Ude erläuterte am Freitag, gebraucht werde jemand, der nicht nur bei SPD-Stammwählern punkten kann: "Nach allen Umfragen lagen die 'Stones' - Steinmeier und Steinbrück - bei dieser Frage deutlich vorne."

Ein "großer Tag" für die SPD

Zunehmend genervt hatte Ude, dass die ungeklärte Kanzlerkandidatur Sachthemen überlagerte. Deshalb sei nun ein "großer Tag" für die SPD, weil sich die Partei endlich auf die Kontroverse mit den schwarz-gelben Koalitionen im Bund und in Bayern konzentrieren könne. Hinzu komme, dass Steinbrück ausschließlich in überfüllten Festzelten spreche: "Seine Reichweite ist weiter als die der SPD allein."

Ude freute sich, dies bringe ganz sicher auch Auftrieb für die Sozialdemokraten im bayerischen Landtagswahlkampf. Aber ist nicht Gabriel bei der Parteibasis beliebter als Steinbrück? Ude antwortete auf diese Frage mit dem etwas sperrigen Satz: "Sie haben recht, dass die innerparteiliche Akzeptanz bei den drei Persönlichkeiten, die für die Kandidatur in Betracht kamen, unterschiedlich ausgeprägt war - wie auch die Reichweite außerhalb der Partei."

Ude warnt vor einem Schuss ins eigene Knie

Der Oberbürgermeister fügte hinzu: "Peer Steinbrück hat wegen seiner offenen Aussprache - und weil er klare Kante zeigt und weil er als Finanzminister auch unpopuläre Entscheidungen mitzutragen hatte - ganz sicherlich in Teilen des Funktionärskörpers auch Probleme. Es wäre albern, das zu bestreiten."

Die SPD müsse aber jetzt darüber nachdenken, "ob sie empfindsam und nachtragend sein will oder ob sie das einzig Erfolg versprechende Konzept einvernehmlich vertreten möchte". Wenn Steinbrück Kanzlerkandidat sei, dann gebe es "für Sozialdemokraten nur noch die Alternative, diese hervorragende Lösung aktiv mitzutragen, oder sich schmerzhaft selber ins Knie zu schießen". Ude stellte klar: "Ich bevorzuge die erste Variante."

dapd

 

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