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Aktuelle Nachrichten – Gesellschaft

Chronologie Übergriffe und Anschläge von Rechtsextremen seit 1990

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16.11.2011

Gedenken an die Menschen die der Gewalt des Rechtsextremismus zum Opfer fielen. Foto: Daniel Rennen/www.pixelio.de
Gedenken an die Menschen die der Gewalt des Rechtsextremismus zum Opfer fielen.

Foto: Daniel Rennen/Pixelio

Berlin – Die mutmaßlich von dem Neonazi-Trio aus Zwickau verübten Morde und Anschläge sind nicht die einzigen schweren rechtsextremen Gewalttaten in den letzten Jahrzehnten. In den Jahren seit 1990 wurden laut der offiziellen Statistik 46 Tote durch rechtsextreme Straftaten registriert. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage aus dem Jahr 2009 hervor.

Diese Zahlen sind allerdings umstritten: Nach Recherchen von "Tagesspiegel" und "Zeit" starben in diesem Zeitraum jedoch mindestens 137 Menschen durch rechtsextreme Gewalt. Nach den neuesten Zahlen der gegen Rechtsextremismus aktiven Amadeu Antonio Stiftung wurden im Zeitraum 1990-2011 sogar 182 Menschen ermordet. Daneben kam es in den letzten Jahrzehnten zu einer Reihe schwerer Übergriffe und Anschläge mit vielen Verletzten.

16.375 rechtsextremistisch motivierte Straftaten sind im Verfassungsschutzbericht des Bundesinnenministeriums für 2010 verzeichnet. Darunter sind 806 Gewalttaten, die meisten davon Körperverletzungen. Der Bericht listet jedoch keine Mordopfer rechtsextremer Gewalt für 2010 auf.

Chronologie schwerer Übergriffe und Anschläge seit 1990

In Hoyerswerda (Sachsen) greifen Hunderte Neonazis im September 1991 von Ausländern bewohnte Häuser an. Anwohner applaudieren. Die Bilanz: 32 Verletzte, viele Ausländer verlassen den Ort.

Im Oktober 1991 zünden drei Rechtsradikale ein Asylbewerberheim in Hünxe (Nordrhein-Westfalen) an. Zwei Mädchen erleiden schwere Brandverletzungen.

Im August 1992 kommt es in Rostock-Lichtenhagen zu einem Angriff auf eine Anlaufstelle für Asylbewerber und ein Wohnhaus von Vietnamesen durch mehrere hundert Rechtsextreme. Sie werfen Molotow-Cocktails und Steine. Schaulustige feuern die Angreifer an.

1992 gibt es einen Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Mölln (Schleswig-Holstein) Zwei Mädchen und eine Frau sterben. Neun Menschen werden verletzt.

In Solingen (Nordrhein-Westfalen) stecken vier junge Neonazis im Mai 1993 das Haus einer türkischen Familie in Brand. Fünf Mädchen und Frauen werden durch den Anschlag getötet. 14 Menschen werden zum Teil schwer verletzt.

1994 ereignen sich die sogenannten Magdeburger Himmelfahrtskrawalle, bei denen es zur Hetzjagd auf eine Gruppe Schwarzafrikaner kommt. Mehrere Menschen werden verletzt.

Im August 1999 prügeln fünf Rechtsextremisten zwei Vietnamesen in Eggesin (Mecklenburg-Vorpommern) fast zu Tode.

In Guben (Brandenburg) kommt es im Februar 1999 zu einer Hetzjagd auf einen Algerier und zwei Afrikaner, bei der ein Todesopfer zu beklagen ist.

2003 wird ein Attentat auf das geplante jüdische Zentrum in München vereitelt.

Im Jahr 2004 werden bei einem Sprengstoffanschlag in einem türkischen Viertel in Köln 22 Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Dieser Anschlag wird inzwischen der Neonazi-Gruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) zugeschrieben.

Im sächsischen Mügeln kommt es 2007 zu einem Streit zwischen Besuchern eines Festes und zu Übergriffen auf acht Inder. 14 Personen werden verletzt. Darunter waren auch einige Polizisten, die eingeschritten waren.

(dapd)

 

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