Aktuelle Nachrichten – Deutschland
27.08.2010
Foto: AP Photo/Fritz Reiss
Frankfurt/Main (apn) Wetterchaos in Teilen Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens, aber auch in Franken: Heftige Regenfälle und ein Tornado haben dort in der Nacht zu Freitag schwere Schäden verursacht. Im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt und in Osnabrück in Niedersachsen wurde aufgrund der Überschwemmungen Katastrophenalarm ausgelöst. Im westfälischen Rheine drohte ein Regenrückhaltebecken zu bersten und ein Industriegebiet zu überfluten; es musste mit Sandsäcken gesichert werden. Bereits am Donnerstagabend hatte in Bad Salzuflen ein Tornado erhebliche Schäden verursacht.
Rund 4.200 Helfer kämpfen inzwischen in Nordrhein-Westfalen gegen massive Überschwemmungen. Von den Folgen heftigen Regens und starker Winde sind nach Angaben des Innenministeriums besonders die Kreise Steinfurt, Borken, Minden-Lübbecke, Herford und Lippe betroffen. Der Landrat des Kreises Steinfurt löste noch in der Nacht Katastrophenalarm aus. Wie die Sprecherin des Kreises, Kirsten Westling, berichtete, trat auch die Vechte über die Ufer und entwickelte sich zu einem reißenden Fluss. Regenrückhaltebecken liefen über, und Pumpwerke fielen aus. Zahlreiche Grundstücke mussten mit Sandsäcken gesichert werden. Mehrere Gebäude drohen wegen Unterspülung einzustürzen.
In Ahaus und Herford fielen die Kläranlagen aus, in Bad Salzuflen wurden Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Einzelne Städte waren am Freitag kaum noch zu erreichen. Straßen waren vom Regen überflutet, der Bahnverkehr zwischen Osnabrück und Rheine lag zeitweise lahm. Probleme bereiteten auch die ansteigenden Flusspegel. In der Gemeinde Heek bei Borken drohte ein Damm zu brechen. Die Bezirksregierung Münster forderte rund 560 zusätzliche Feuerwehrkräfte aus benachbarten Regierungsbezirken an. „Es müssen die abgelöst werden, die seit der Nacht im Einsatz sind„, erklärte ein Sprecher.
Wetterchaos auch in Niedersachsen: Stadthagen bei Hannover war am Freitagmorgen zeitweise abgeschnitten, weil die meisten Zufahrtstraßen überflutet waren. In einem Ortsteil stand das Wasser einen halben Meter hoch auf den Straßen, wie die Polizei mitteilte. In Osnabrück, wo auch Katastrophenalarm ausgelöst wurde, waren Hunderte Keller überflutet. Die Autobahn 30 stand im Osnabrücker Stadtgebiet zeitweise 40 Zentimeter hoch unter Wasser. In der gesamten Stadt und auch in Teilen des Kreises Osnabrück fiel am Freitag der Schulunterricht aus.
Auch in Bayern kam es zu Überschwemmungen. In Ochsenfurt musste ein Zirkuszeltlager mit 28 Kindern vorsorglich evakuiert werden. Gegen 02.20 Uhr hätten die Zelte unter Wasser gestanden, und der Strom sei ausgefallen. In Bamberg sorgten starke Niederschläge für zahlreiche überschwemmte Straßen und feststeckende Autos im gesamten Stadtgebiet.
Der Deutsche Wetterdienst gab am Freitag noch nicht vollständig Entwarnung: Es werde – hauptsächlich in Süddeutschland – auch weiterhin teilweise kräftiger Regen mit Gewittern und Schauern erwartet. Die Situation im nördlichen Nordrhein-Westfalen und im südlichen Niedersachsen hingegen werde sich langsam entspannen.
Bereits am Donnerstagabend war ein Tornado über den Kurort Bad Salzuflen bei Bielefeld hereingebrochen und hatte schwere Schäden angerichtet. Verletzt wurde niemand. Durch die enormen Windgeschwindigkeiten des sich in Richtung Nordost bewegenden Tornados wurden aber Hausdächer beschädigt und meterdicke Straßenbäume komplett entwurzelt. (AP)
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