Es wird wieder an der Uhr gedreht: Am frühen Sonntagmorgen geht europaweit die Sommerzeit zu Ende. Die Uhren werden um 03.00 Uhr um eine Stunde auf 02.00 Uhr zurückgestellt. Es gilt dann in der gesamten Europäischen Union und in anderen Nachbarländern wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Der Dreh an der Uhr bringt den Bürgern eine Stunde mehr Schlaf.
In Deutschland ist es bereits das 27. Jahr in Folge, in dem die Sommerzeit gilt. Die Stunde zwischen 02.00 Uhr und 03.00 Uhr gibt es doppelt; Uhrzeiten der ersten Stunde erhalten amtlich als Zusatz ein A, die der zweiten Stunde ein B.
Am 25. März 2007 war bei der Umstellung auf Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) eine Nachtstunde weggefallen, nach 01.59 Uhr war es damals gleich 03.00 Uhr geworden. Funkuhren und automatische Zeitsysteme stellen sich jeweils von selbst um. Sie sind an das Signal der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig gekoppelt. Andere Uhren müssen von Hand neu eingestellt werden. Von der Umstellung sind nach Angaben der Deutschen Bahn rund 120.000 Uhren und insgesamt 50 Züge betroffen. Die Züge werden in Bahnhöfen angehalten, damit sie den Fahrplan einhalten. S-Bahnen in Ballungsräumen fahren ohne Unterbrechung.
Die Sommerzeit dauert in der EU einheitlich jeweils vom letzten Sonntag im März bis zum letzten Sonntag im Oktober. Daran halten sich auch andere europäische Länder. Die Sommerzeitperiode beginnt im nächsten Jahr am 30. März und endet am 26. Oktober.
Sommerzeiten – mit unterschiedlichen Zeiträumen – gibt es in den meisten Ländern der Welt. Die Umstellung auf Sommerzeit wird in der Regel mit besserer Nutzung des Tageslichts und mehr Lebensqualität begründet, weil es, an der Uhrzeit gemessen, abends eine Stunde länger hell ist.
In der Bundesrepublik wurde die Sommerzeit 1980 eingeführt. Die Regelung steht aber auch in der Kritik, weil die Zeitumstellung hohe Kosten verursache und tatsächlich keinen wirtschaftlichen Nutzen bringe. Derzeit überprüft die EU-Kommission die geltenden Zeitregelungen. Bis Ende des Jahres soll es einen Bericht geben. Dann könnten auch Änderungen in die Wege geleitet werden.
Verkehrsverbände mahnen Autofahrer immer wieder, das Unfallrisiko infolge der Zeitumstellung nicht zu unterschätzen. Denn zwangsläufig wird es abends früher dunkel, was vor allem den Berufsverkehr betrifft. So sollten Autofahrer, die durch Wald- und Feldgebiete fahren, verstärkt damit rechnen, Wildtieren zu begegnen. Viele Wildtiere sind dämmerungsaktiv und nach der Umstellung der Uhren zur gleichen Zeit unterwegs wie die Berufspendler. Diesen raten die Verkehrsverbände auf jeden Fall zu einem Check der Lichtanlage. (AP)
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