Menschen & Meinungen – Umfrage zeigt steigende Kaufbereitschaft bei Autokunden – DAPD
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Umfrage zeigt steigende Kaufbereitschaft bei Autokunden

DAPD

15.07.2007

Hamburg – Auf dem seit Jahresbeginn schwächelnden deutschen Automarkt zeichnet sich offenbar eine Wende ab. Laut einer Umfrage könnte der Absatz in der zweiten Jahreshälfte deutlich steigen, nachdem im ersten Halbjahr ein Einbruch um 9,2 Prozent verzeichnet wurde. In einer Befragung durch die Nürnberger Marktforschung PULS gaben im Juni 44,3 Prozent von 1.000 Autokauf-Interessenten an, in den kommenden drei Monaten einen Neuwagen kaufen zu wollen. Dieser Wert lag im Mai bei 37,1 Prozent und war auch zuvor deutlich niedriger, wie Firmenchef Konrad Weßner am Sonntag der Nachrichtenagentur AP sagte.

Damit werden Angaben der Autobranche gestützt, wonach sich im Juni erstmal seit Oktober die Auftragseingänge bei den Herstellern stabilisiert haben. Der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, hatte kürzlich erklärt, das könne „ein Silberstreif am Horizont“ sein. Es bestünden durchaus Chancen, dass jetzt die Talsohle erreicht sei und die Faktoren, die die Nachfrage in der ersten Jahreshälfte gebremst hätten, langsam abklingen. Für das Gesamtjahr 2007 erwartet der Verband einen Pkw-Inlandsabsatz von etwa 3,2 Millionen Fahrzeugen.

Marktbeobachter Weßner ist optimistischer als der VDA: „Immer mehr Neuwagen-Interessenten fassen wieder Vertrauen und planen kurzfristig den Kauf eines neuen Fahrzeugs“, erklärte er. Der Marktkenner stützte seine Zuversicht auch auf eine höhere Ausgabenbereitschaft: „Gaben die Neuwageninteressenten im Mai noch an, im Schnitt 26.072 Euro für das neue Auto ausgeben zu wollen, schnellte dieser Wert im Juni auf 30.080 Euro“, sagte er. Das sei der bei weitem höchste Monatswert im Jahr 2007. „Das Geld sitzt wieder lockerer. Die zunehmende Kauf- und Ausgabenbereitschaft wird sich am Markt in den kommenden Monaten niederschlagen“, sagte er.

Vorgezogene Käufe zu Jahresanfang

Der deutsche Automarkt war im ersten Halbjahr auf den schwächsten Wert seit 14 Jahren gefallen. Die Zahl der Neuzulassungen sank um 9,2. Allerdings flachte die Minuskurve zum Sommer etwas ab. Im Juni betrug der Rückgang noch 7 Prozent. Die Marktschwäche wird unter anderem auf die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn zurückgeführt. Die Steuererhöhung hatte zu massiven vorgezogenen Autokäufen 2006 geführt. Außerdem belasten hohe Spritpreise und Unsicherheiten über eventuelle Steuerbelastungen mit Blick auf die CO2-Debatte die Kaufbereitschaft.

Unterdessen plant Volkswagen angesichts der Flaute auf dem Heimatmarkt zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Verkaufsprämien für den Handel in Rekordhöhe, wie die „Automobilwoche“ berichtete.

Die höchsten Zuschüsse soll der Handel dem Bericht zufolge für den Verkauf von VW-Modellen der Oberklasse erhalten. So werde bereits seit Anfang Juli für die überarbeitete Luxuslimousine Phaeton eine Prämie von bis zu 6.000 Euro ausgelobt. Beim Geländewagen Touareg habe VW die Prämie auf 3.000 Euro erhöht.

Auch für die Absatzförderung von Klein- und Mittelklasseautos gewähre VW höhere Incentives denn je. So würden etwa die Modelle Jetta und Passat mit Händlerprämien von 1.250 Euro gestützt, die in Form eines Rabatts an die Käufer weitergegeben werden können, der Golf mit 1.000 Euro. Ein VW-Sprecher erklärte auf AP-Anfrage, das Unternehmen kommentiere die Vertriebsstrategie für Deutschland nicht. (AP)

 

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