Schneller Kohleausstieg könnte Stromnetz überfordern

"Wir sind sehr skeptisch, ob ein rascher Kohleausstieg zu bewältigen ist", erklärt der Stromnetzbetreiber Amprion. Die Unternehmen müssen ihr Netz bereits mit neuen Leitungen an den Atomausstieg anpassen.

Ein schneller Kohleausstieg könnte nach Ansicht des Übertragungsnetzbetreibers Amprion das deutsche Stromnetz überfordern. „Ein rascher Kohleausstieg wäre für das Transportnetz eine enorme Herausforderung“, warnte der technische Geschäftsführer von Amprion, Klaus Kleinekorte, im „Handelsblatt“.

„Wir sind sehr skeptisch, ob ein rascher Kohleausstieg zu bewältigen ist.“ Amprion ist einer von vier großen Netzbetreibern, die in Deutschland für das überregionale Transportnetz verantwortlich sind – und Blackouts verhindern müssen.

Die Unternehmen müssen ihr Netz bereits mit neuen Leitungen an den Atomausstieg anpassen. In den Sondierungsgesprächen für eine Jamaika-Koalition drängen die Grünen jetzt zudem auf einen beschleunigten Ausstieg aus der Kohleförderung und -verstromung.

Es sei bereits ein ambitionierter Netzausbau nötig, um den Atomausstieg zu bewältigen, sagte Kleinekorte. „Ein Kohleausstieg würde uns vor zusätzliche Probleme stellen.“

2016 stammten noch 40 Prozent des deutschen Stromes aus Kohlekraftwerken, die im Gegensatz zu den witterungsanfälligen Solar- und Windanlagen auch verlässlich zur Verfügung stehen: „Aus unserer Verantwortung heraus bereitet es uns natürlich Sorgen, wenn Kraftwerke vom Netz sollen, die planbar, gesichert und flexibel Strom liefern“, sagte Kleinekorte. (dts)

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