Das Lächeln der Samojeden

Als vor einigen Jahren unsere Chow-Chow-Hündin Cilli starb waren wir untröstlich und wollten erstmal keinen anderen Hund. Doch nach vier Jahren Hundeabstinenz sagte mein Mann: „Ein Hund muß her. Ich …

Als vor einigen Jahren unsere Chow-Chow-Hündin Cilli starb waren wir untröstlich und wollten erstmal keinen anderen Hund. Doch nach vier Jahren Hundeabstinenz sagte mein Mann: „Ein Hund muß her. Ich will wandern und ohne Hund macht es mir keinen Spaß“. „Na gut“, dachte ich, „alles klar“. und da ich nicht so gerne laufe wie er, war die Idee doch gar nicht so schlecht. Ab jetzt wurde bei Spaziergängen Ausschau gehalten und wir sahen diese oder jene Hunderasse. Doch es war keine dabei die unser Herz hätte höher schlagen lassen.

Die Tierheime der näheren Umgebung wurden besucht, doch nichts. Eines Tages rief mein Mann aus seinem Arbeitszimmer: „Komm bitte schnell, ich hab‘ ihn“. Mein Mann hatte die Internetseite der Samojeden-in-Not aufgerufen und zeigte mir den vierjährigen Samojeden-Hund „Sami“. Hübsch dachte ich, schön weiß und sieht auch gar nicht so groß aus. „Oh, der ist ja noch in Spanien“. Mein Mann sah mich an und sagte ganz gelassen: „Den hole ich hier her, bis wir einen Flugpaten bekomen, bin ich drei mal nach Spanien und zurück geflogen“. Gesagt getan! Nachdem wir alles Formale mit der Organisation „Samojeden in Not“ geklärt hatten flog mein Mann nach Barcelona und brachte uns den schönsten aller Hunde: „Sami“, den Samojeden. Ich sah ihn und wusste: „Den kennt mein Herz schon lange!“, wie eine Erinnerung aus vergangenen Zeiten. Wir verstanden uns ohne Worte – drei Herzen im DreiViertel-Takt.

Biographie einer Hunderasse. „Der Samojede“
Der Charakter des Samojeden-Hunderasse ist leicht zu beschreiben. Er ist ein sozialer, liebevoller und zuverlässiger Gefährte mit fröhlichem Gemüt. Er ist würdevoll und freundlich – aber auch schrecklich eigensinnig. Ein Samojede liebt es viel Zeit mit seinem Menschen-Rudel zu verbringen. Aufgrund seiner Gene ist es auch nicht schwierig zu begreifen, dass er ein überaus menschenfreundlicher Hund ist. Ob Postbote oder Schornsteinfeger alle werden freudig begrüßt und in das Rudel herzlich aufgenommen. Man merkt schon, als Wachhund ist er gänzlich ungeeignet, trotzdem wird er sich niemals unterordnen. Zu seinen Artgenossen ist er freundlich, stellt sich aber einem Angreifer.
Langeweile ist dem Samojeden-Hund ein Gräuel, daher freut er sich über lange Spaziergänge und liebt Agility. Er ist ein ruhiger und angenehmer Hausgenosse, ein liebevoller und zuverlässiger Vierbeiner für Kinder.
Aufgrund des dicken Fells glauben viele Leute, dass die nordischen Hunde in unseren Breitengraden unter der Sommerhitze leiden. Das ist aber nicht der Fall. Ein Fell von ausgezeichneter Qualität schützt den Samojeden vor Hitze und Kälte. Die Fellhaare eignen sich sogar zum Pullover stricken.
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Der Samojede ist charakterstark und kein Hund für Jedermann. Kann man sich gegen einen Hund durchsetzen, dessen Lächeln und Freundlichkeit betören? Wer einen Sitz!-Platz!-Gib-Pfötchen-Hund haben will und verzweifelt ist wenn der Hund nicht gleich aufs Wort gehorcht ist mit einem Samojden nicht gut bedient.

Viel Freude mit dieser liebenswerten Hunderasse werden nur die Menschen haben die einen verschmusten, anhänglichen und trotzdem selbstständigen Hund schätzen. Jeder Tag mit einem Samojeden ist ein guter Tag mit neuen Erfahrungen und viel Spaß für Hund und Besitzer.
Die Geschichte einer nordischen Hunderasse

Ursprünglich stammen die Samojeden-Hunde aus Sibirien und bekamen ihren Namen vom Volksstamm der Samojeden, den sogenannten Nenzen. Sie lebten im Nord- und West-Sibirien zwischen dem Ural-Gebirge und dem Jenissej-Fluss. Dem Nomadenvolk, das in einer der unwirtschaftlichsten Gegenden der Erde lebte, in der die Hälfte des Jahres Winter war, diente das Rentier als Hauptnahrungsquelle. Die Rentiere lieferten dem Stamm Fleisch und Felle. Einen hohen Stellenwert für die Stammesgemeinschaft des Nomadenvolkes nahmen ihre Hunde ein. Diese dienten als Arbeitshunde, Schlittenhunde, Hütehunde und auch als Wachhunde. Die Hunde waren Jagdgefährten, hüteten die Rentiere, wurden vor Schlitten gespannt und verteidigten die Gemeinschaft vor Wölfen und Bären.
Die Pflichten und Aufgaben der Hunde in dieser kargen Wildnis hatten sehr viel mit dem Verhalten eines Hundes in der Meute zu tun. Mensch und Hund waren aufeinander angewiesen und jeder erfüllte sein Soll zum Wohle der Gemeinschaft. Selbst in der Nacht durften die Hunde mit in die Zelte und dienten als Bettwärmer und auch als Babysitter. Sie galten als vollwertige Mitglieder der Familien. Da die Aufgaben der Hunde wichtig für den Stamm waren mussten oder brauchten sich die Hunde dem Menschen nicht unterzuordnen. Mensch und Hund kannten ihre Rangordnung und hielten sich daran. So kam es das bei dem Samojeden-Hund ein ausgeprägtes Rangordnungsgefühl entstand und er selten agressiv oder angriffslustig war, doch er behielt seinen eigenen Willen. Die Nomaden waren stolz auf ihre Hunde.
Wie die Samojedenzucht in Europa begann
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Samojede auch in Europa bekannt. Als im Jahr 1894 der Polarforscher Fridtjof Nansen von seiner gescheiterten Nordpol-Expedition zurück kam, erwähnte er in seinen Aufzeichnungen zum ersten mal starke Hunde die nach 95 Kilometern Strecke erst gefüttert werden mussten. Sie wurden als besonders ausdauernd beschrieben. Gemeint war der Samojede.
Berühmtheit erlangten die Vierbeiner erstmals durch den Polarforscher Roald Amundsen, der für seine Südpol-Expedition die freundlichen, genügsamen und ausdauernden Samojeden vor seine Schlitten spannte.
Der Engländer Ernest Kilburn-Scott, von der Royal Zoological Society London, brachte im Jahre 1894 die ersten Samojeden-Welpen nach Europa. Er holte später noch mehr Hunde aus Sibirien und so begann die Samojeden-Zucht ausserhalb Sibiriens. Schon bald akzeptierte man nur noch weiße, biscuitfarbene und cremefarbene Tiere. Der festgelegte Rassestandard sah zwei Typen von Samojeden-Hunden vor und zwar einmal den hochbeinigen, stabilen, mit weißem Fell oder den kleinen bärenhaften Typ, mit behaarten Ohren und dicken Tatzen. Dieser Rasse-Standard ist bis heute weitgehend geblieben.1904 wurde der Samojede in die USA gebracht um dort 1913 als Hunderasse anerkannt zu werden. Mittlerweile lebt der Samojeden-Hund in vielen Ländern der Erde.
Wieviel Spaß man mit Samojeden haben kann, sehen sie in diesem Video-Clip:

Weitere Informationen: Samojeden in Not