Fakten, Mythen und Legenden über den Weihnachtsstern

Es ist so weit – es weihnachtet sehr. Bei der großen Fülle an Kaufangeboten, Glanz und Glitter darf auch er nicht fehlen, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit blühende, in Form …

Es ist so weit – es weihnachtet sehr. Bei der großen Fülle an Kaufangeboten, Glanz und Glitter darf auch er nicht fehlen, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit blühende, in Form und Farbe unvergleichliche: der Weihnachtsstern.

Schon längst gilt der Weihnachtsstern als Symbol für die Winter- und Weihnachtszeit. Was uns allerdings als wunderbare Blüte erscheint, sind in Wirklichkeit gar keine Blütenblätter sondern Hochblätter. Beim Weihnachtsstern heißen die Hochblätter „Brakteen“ und sie gruppieren sich sternförmig um kleine, unscheinbare, gelb-grüne Blüten. „Euphorbia pulcherrima“ (Die Schönste der Euphorbien) ist der botanische Name dieser in aller Welt beliebten Pflanze. Doch Vorsicht, die Euphorbien gehören zur Familie der Wolfsmilch-Gewächse, ihr Milchsaft ist bei Hautkontakt besonders auch für Haustiere giftig.
Die Urformen des Weihnachtssterns kommen aus den Hochebenen von Mexiko und Mittel- und Südamerikas. Dort findet man den unter lichten Baumgruppen bis zu 5 m hochwachsenden Strauch.
Die Hochblätter der „Flores de Noche buena“ (Blume der Heiligen Nacht), so wird die Pflanze in ihrer mexikanischen Heimat genannt, sich gerade zur Weihnachtszeit mit attraktiven Farben schmücken ist natürlich kein Zufall. Der Wechsel vom vegetativen Wachstum mit grünen Blättern, hin zum generativen Wachstum mit gefärbten Blättern, wird in Gärtnereien in Europa durch Lichtsteuerung erzielt. 7-9 Wochen lang darf der Stern nur maximal 10 Stunden lang täglich Licht bekommen, damit die Blüten-Induktion erfolgt. Der Pflanze wird ein Kurz-Tag vorgegaukelt damit sie an Weihnachten in gewohnter Farbenpracht leuchtet. Schließlich befindet sich ihre Heimat ja auf der Südhalbkugel der Erde und diese lichtarme Phase bedeutet eben Winter, dafür fällt dort die Weihnachtszeit in den Sommer.

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Der Weihnachtsstern wird entdeckt

In den Jahren 1825-1829 lebte Dr. Joel Roberts Poinsett als amerikanischer Botschafter in Mexiko. Als Poinsett die Euphorbien-Sträucher mit den auffälligen Blättern sah, war er so begeistert, dass er diese Euphorbien mit in seine Heimat South Carolina (USA) nahm. Von dort verschickte er die Pflanzen an botanische Gärten und Freunde. Der Erfolg des Weihnachtsstern nahm seinen Lauf. In Gärtner-Kreisen wird der Weihnachtsstern noch heute „Poinsettie“ nach ihrem Entdecker Dr.Poinsett genannt.
Der Weg nach Europa wurde dem Weihnachtsstern durch den Naturforscher Alexander von Humboldt geebnet, der die Pflanze von einer Amerika-Reise mitbrachte. Katalogisiert wurde der Weihnachtsstern von Botaniker C.H. Willendow und bekam den wunderschönen Namen „Euphorbia pulcherrima“ (Schönste der Euphorbien). Als weihnachtliche Zimmerpflanze ist der Weihnachtsstern in Mitteleuropa seit 1950 sehr beliebt. Er wird in unterschiedlichen Farben und Wuchsformen gezüchtet. Weltweit ist er die Nummer Eins der am häufigsten angebotenen und verkauften Zimmerpflanzen.
Montezuma und der Stern der Liebe
Mythen und Legenden gibt es viele über die „Flores de Noche Buena“. Diesen Namen bekam sie in Mexiko durch folgende Geschichte: Pepita ein armes mexikanisches Mädchen hatte am Heiligen Abend kein Geschenk für das Christkind, daher pflückte sie einen Strauß Gräser am Wegesrand und brachte diese in die Kirche. Es geschah ein Wunder. Die Gräser verwandelten sich in den rotblühenden Weihnachtsstern – die „Blume der Heiligen Nacht“, wie sie auch heute noch in Mexiko genannt wird. Auch soll sie die Lieblingsblume des Azteken-Herrschers Montezuma gewesen sein. Montezuma glaubte das die tiefroten Blätter aus den Blutstropfen des gebrochenen Herzens einer unglücklichen Göttin entstanden, darum nannten die französischen Adeligen die Euphorbie auch „Stern der Liebe – Etoile d´amour“.
Der Weg nach Hollywood

Seine Berühmtheit erlangte der Weihnachtsstern dort, wo Stars geboren werden, in Hollywood. Der deutschstämmige Amerika-Auswanderer Paul Eckes war fasziniert, von der auf seiner Farm wachsenden roten Pflanze. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts versuchte Eckes die Poinsettien zu kultivieren. Die frischgeschnittenen Zweige verkaufte er auf dem Sunset- und Hollywood Boulevard in Los Angeles als Weihnachtspflanze und hatte damit großen Erfolg. “A Star was born“, die Weltkarriere des Weihnachtsstern begann. Auf großen Feldern in Kalifornien begann der Anbau der mexikanischen Pflanze und danach wurde der Feldanbau durch die Topfkultur ersetzt. In alle Welt wurden Stecklinge der so beliebten Pflanze verkauft und auch heute noch produziert die Firma Eckes in der vierten Generation die begehrten Weihnachtssterne.
Tipps zur Pflege
Da die Poinsettie eine mehrjährige Zimmerpflanze ist kann sie mit etwas Pflege in jedem Jahr wieder zur Adventszeit zum Blühen gebracht werden. Dafür muß sie im März – April umgetopft, gedüngt und zurückgeschnitten werden und um den Kurz-Tag zu erreichen stülpt man der Pflanze ab Oktober eine lichtundurchlässige Haube oder einen Karton über, damit sie mindestens 12 Stunden am Tag im Dunklen steht kann. Doch schon ein kleiner Lichtstrahl kann diese Bemühung zunichte machen.