Naturschützer beklagen 2,3 Millionen getötete Singvögel auf Zypern – Illegale Delikatessen

Das Wildern ist auf Zypern untersagt. Dennoch werden Singvögel wie Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke regelmäßig gefangen und als illegale Delikatesse serviert. Kriminelle verdienen den Naturschützern zufolge Millionen durch das Wildern der Vögel.

Mehr als zwei Millionen Vögel sind Schätzungen von Naturschützern zufolge im vergangenen Herbst auf Zypern für den Verzehr gefangen worden.

Mit 2,3 Millionen gefangenen Vögeln sei die Zahl so hoch wie noch nie, teilten die Tierschutzorganisationen BirdLife Cyprus und Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) am Donnerstag mit. Mit 800.000 gefangenen Vögeln allein auf der auf Zypern gelegenen britischen Militärbasis Dhekelia sei die Situation dort besonders gravierend.

Das Wildern ist auf Zypern untersagt. Dennoch werden Singvögel wie Rotkehlchen und Mönchsgrasmücke regelmäßig gefangen und als illegale Delikatesse auf der Mittelmeerinsel serviert. Gefangen werden die Vögel mit Netzen oder durch mit Klebe beschichteten Ästen.

Kriminelle verdienen den Naturschützern zufolge Millionen durch das Wildern der Vögel. Unter den gefangenen Vögeln sind demnach auch Zugvögel auf dem Weg von Europa nach Afrika. Hauptsaison für die Jagd ist der Herbst, wenn die Zugvögel besonders fett sind.

Die RSPB forderte die britische Regierung auf, das Töten der Vögel auf dem Dhekelia-Stützpunkt zu beenden. Großbritannien unterhält eine eigene Polizei auf dem Stützpunkt, die gegen Wilderer vorgeht.

Den Naturschützern zufolge wird aber nicht genug getan. Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe eine Rekordzahl an Festnahmen, Beschlagnahmungen und Geldstrafen gegeben. BirdLife Cyprus rief die zyprische Regierung auf, gegen Restaurants vorzugehen, die die Vögel servieren. (afp)

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