Umwelt – Umwelthilfe spricht von Verbrauchertäuschung mit Bio-Plastiktüten – DAPD
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Nicht umweltfreundlich Umwelthilfe spricht von Verbrauchertäuschung mit Bio-Plastiktüten

DAPD

11.04.2012

Katze in der Tüte? Die Umwelthilfe hat Aldi und Rewe wegen Plastiktüten Verbrauchertäuschung vorgeworfen. Foto: Simonef/ pixelio.de
Katze in der Tüte? Die Umwelthilfe hat Aldi und Rewe wegen Plastiktüten Verbrauchertäuschung vorgeworfen.

Foto: Simonef/ Pixelio

Berlin – Die Supermarktketten Aldi und Rewe täuschen nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ihre Kunden mit Tüten aus Bioplastik. Die angeblich "grünen" Plastiktüten würden der Umwelt nicht helfen, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, am Mittwoch in Berlin. Im Gegenteil: Sie würden nicht kompostiert, ließen sich nicht recyceln und bestünden hauptsächlich aus Erdöl, sagte Resch. Rewe wies die Vorwürfe zurück, von Aldi war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Aufdrucke von grünen Landschaften und Phrasen wie "Zeig der Umwelt ein Lächeln!" zieren die Plastiktüten von Aldi und Rewe. Nach Ansicht der Umwelthilfe wollen beide Unternehmen auf diese Weise den Eindruck erwecken, dass es sich um ökologische Produkte handle. Die DUH kam bei ihren Recherchen zu einem anderen Ergebnis. Sie spricht von Verbrauchertäuschung und "Greenwashing", bei dem Unternehmen in ihrer Außendarstellung vorgeben, ökologisch zu handeln. Die Umweltschützer wollen rechtliche Schritte prüfen.

Rewe verweist auf DIN-Norm

In einer schriftlichen Stellungnahme widersprach Rewe der Kritik durch die Umwelthilfe. Das Unternehmen betrachte die Tragetaschen als einen ersten Schritt, weniger fossile Ressourcen wie Mineralöl einzusetzen. Zudem verwies der Konzern darauf, die Anforderungen der DIN-Norm EN 13432 zu erfüllen. "Die Tüten sind laut Hersteller vollständig kompostierbar", erklärte Rewe.

Die DUH kritisierte die Vorgabe der DIN-Norm, wonach die Plastiktüten erst nach zwölf Wochen unter bestimmten Voraussetzungen zu 90 Prozent zersetzt sein müssen. Deutsche Kompostierungsanlagen arbeiteten in der Regel mit deutlich kürzeren Verweilzeiten zwischen ein und acht Wochen. "Die DIN-Norm hat nichts mit der Realität zu tun", sagte Resch.

Er forderte Aldi und Rewe zum Umdenken auf. Beide Unternehmen sollten auf umweltfreundlichere Alternativen umsteigen. Gleichzeitig nahm Resch die Bundesregierung und insbesondere Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner in die Pflicht. Die CSU-Politikerin müsse tätig werden, verlangte er.

Sowohl die kostenlose als auch die kostengünstige Abgabe von Einwegplastiktüten müsse extrem eingeschränkt werden, Ausnahmen dürfe es nicht geben. Dabei sei auch ein generelles Plastiktütenverbot möglich. Die Europäische Kommission hatte diese Option bereits im vergangenen Jahr ins Gespräch gebracht.

(dapd)

 

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