Aktuelle Nachrichten – Umwelt
23.05.2008
Bonn – Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sieht die Gespräche auf der UN-Artenschutzkonferenz nach Ablauf der ersten Verhandlungswoche auf einem guten Weg. „Wir sind noch längst nicht am Ziel, aber es ist uns offenbar gelungen, eine motivierende und konstruktive Konferenzatmosphäre zu erzeugen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag. Die Umweltschutzorganisation WWF warnte dagegen vor einem Scheitern des noch bis zum 30. Mai andauernden Treffens.
Gabriel, der als Konferenzpräsident eine Vermittlerrolle innehat, bewertete es positiv, dass die Gespräche über die sogenannte Bio-Piraterie erstmals in eine konkrete Phase getreten seien. In den nächsten Tagen gehe es nun darum, ein „Bonner Mandat“ zu formulieren, das den Verhandlungsverlauf für die nächsten zwei Jahre definiere. Entwicklungsländer, aber auch Industrieländer bräuchten Rechtssicherheit darüber, nach welchen Regeln eine Gewinnbeteiligung an der Nutzung ihrer genetischen Ressourcen erfolge, betonte er.
Als Durchbruch bezeichnete der Bundesumweltminister auch, dass es bereits in den ersten Tagen gelungen sei, Verhandlungen über ökologische Leitlinien für Bioenergie in Gang zu bringen. Insgesamt liege es aber in der Natur der Sache, dass Ergebnisse bei einem Zwang zur Einstimmigkeit zwischen 191 Vertragsstaaten nur nach hartem und langen Ringen zu erreichen seien.
Seit Montag arbeiten mehr als 5.000 Politiker und Wissenschaftler aus aller Welt in Bonn vor allem an einem konkreten Fahrplan zur Umsetzung einer UN-Konvention, die bis zum Jahr 2010 die Verluste an biologischer Vielfalt entscheidend verringern soll.
Gerade hier sieht die Umweltschutzorganisation WWF zur Halbzeit der Konferenz aber noch Handlungsbedarf. Es stehe nicht weniger als die Zukunft der Artenvielfalt auf dem Spiel, „doch die Konferenz tritt bislang auf der Stelle“, sagte WWF-Naturschutzexperte Joerg Roos und warnte vor einem Scheitern der Konferenz. Der WWF hofft nun nach eigenen Angaben auf ein starkes Signal von Kanzlerin Angela Merkel, die am 28. Mai in Bonn erwartet wird. Die Bundesregierung habe mit ihrer Ankündigung, weitere 40 Millionen Euro für Schutzgebiete in ärmeren Ländern bereitzustellen, für den bislang einzigen Lichtblick des Gipfels gesorgt, sagte Roos. Klare Finanzzusagen Deutschlands könnten vielleicht auch weitere Staaten noch zu konkreten Zusagen bewegen. (AP)
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