Aktuelle Nachrichten – Energie
17.01.2012
Foto: N.Schmitz/ Pixelio
Braunschweig – Kurz vor Beginn einer Fachklausur zur Sanierung des Atommülllagers Asse haben Umweltschützer noch einmal nachdrücklich die Bergung der radioaktiven Abfälle aus dem maroden Bergwerk gefordert. Der Asse 2-Koordinationskreis erklärte am Dienstag, die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veranstaltete Tagung dürfe nicht mit einer Beschreibung der Mängel und Schwierigkeiten enden. Vielmehr müsse sie aufzeigen, wie Lösungen oder zumindest Verbesserungen erreicht werden könnten, um die Bergung des Atom- und Giftmülls zu beschleunigen.
Asse-Experten aus Ministerien, Behörden und Forschungseinrichtungen wollen am Mittwoch und Donnerstag beraten, ob und wie das Verfahren zur Rückholung der Abfälle künftig gestaltet werden kann. Bei der Klausurtagung sollen die bisherigen Erfahrungen ausgewertet und alle Beteiligten auf eine konsequente Umsetzung von Vereinbarungen verpflichtet werden, sagte BfS-Sprecher Werner Nording.
Die Fachleute diskutieren in vier Arbeitskreisen unter anderem über den Zustand des Bergwerks, über Fragen des Strahlenschutzes sowie über Planungen und Genehmigungen. Die Ergebnisse der Tagung sollen am Donnerstagabend bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung präsentiert werden.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) appellierte an Niedersachsens Ministerpräsidenten David McAllister, sich für eine Beschleunigung der Planungs- und Zulassungsverfahren und der technischen Vorbereitungen der Bergung einzusetzen. "Eine Bitte nach Planungsbeschleunigung äußert der BUND nicht oft", heißt es in einem offenen Brief des Umweltverbandes an den CDU-Politiker. Im Fall der Asse seien die Risiken und Gefahren für Bevölkerung und Natur aber so groß, dass es geboten sei, die Pläne für die Rückholung "deutlich schneller als bislang voranzutreiben."
Der Asse 2-Koordinationskreis, in dem rund ein Dutzend Initiativen und Vereine zusammen arbeiten, bezeichnete eine Flutung oder Verfüllung des Bergwerks als nicht hinnehmbar. Eingefüllter Beton schließe den Atommüll nicht ein und mache die Asse nicht dicht, sagte Sprecher Andreas Riekeberg. "Der Bergdruck würde die Atommüll- und Giftmüllsuppe aus dem Berg in die Biosphäre drücken". Ohne Räumung der Asse werde es in Norddeutschland zu nicht berechenbaren radioaktiven und chemotoxischen Belastungen kommen, fügte Riekeberg hinzu.
(dapd)
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