Aktuelle Nachrichten – Umwelt
05.07.2007
Berlin – Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die russische Stadt Sotschi als Austragungsort der Winterspiele 2014 hat beim Naturschutzbund (NABU) scharfe Kritik ausgelöst. „Für 16 Tage Olympische Winterspiele wird wertvolle Natur unwiderruflich zerstört. Wieder einmal werden ökologische Interessen der Ökonomie geopfert“, kritisierte NABU-Vizepräsident Thomas Tennhardt am Donnerstag in Berlin. Bei den letzten Winterspielen in Turin habe das IOC noch versprochen, bei der Auswahl der künftigen Olympiaorte auch Natur- und Umweltschutzaspekte zu berücksichtigen.
„Von 'Green Olympics' ist die Entscheidung meilenweit entfernt“, sagte Tennhardt. Schon die Auswahl Sotschis als Austragungsort für Winterspiele sei nicht nachvollziehbar: „Sotschi ist der südlichste Punkt Russlands und hat ein vergleichbar subtropisches Klima.“ Es gehöre zu den Regionen Russlands, die am stärksten unter dem Klimawandel zu leiden hätten. Die Arbeiten für die olympische Infrastruktur würden das sensible Ökosystem weiter belasten.
Tennhardt kritisierte vor allem, dass alle olympischen Objekte in wertvollen, teilweise unberührten Naturlandschaften errichtet werden sollten. „Die Mehrheit der Vertreter des IOC hat sich den Einflüsterungen der russischen Wirtschaftslobby gebeugt, ohne sich das Ausmaß der negativen Folgen für das einzigartige Weltnaturerbe im russischen Westkaukasus bewusst zu machen“, kritisierte er. (AP)
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Olympia 2018: München mit überzeugender Präsentation
(06.07.2011)
China will das „Vogelnest“ vor Regen schützen
(08.07.2008)
Stadt Peking verbannt eigene Autos von den Straßen
(23.06.2008)
Smog in Peking: Kein Sport im Freien
(28.05.2008)
Olympischer Zynismus: Interne Unterlagen des IOC aufgedeckt
(10.04.2008)
Peking: Luftverbesserung für Sommerspiele ist aufwendig
(20.01.2008)
UN: Sorge wegen Luftverschmutzung in Olympiastadt Peking
(25.10.2007)