Neu-Delhi - Die Tiger in Indien könnten nach Angaben von Umweltschützern binnen weniger Jahre aussterben, wenn nicht der Wilderei Einhalt geboten wird. Die Regierungen in Indien und China ignorierten jedoch das illegale Abschlachten der Raubkatzen, erklärten die indische Gesellschaft zum Schutz wilder Tiere und die international tätige Environmental Investigation Agency (EIA) am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Neu-Delhi. Demnach ist vor allem in China der Handel mit illegal erlegten Bengalischen Tigern gang und gäbe.
Die Umweltschützer zeigten heimlich aufgenommene Fotos aus Tibet. Darauf war zu sehen, wie Felle von Tigern und Leoparden auf offenen Märkten angeboten werden. Lachende chinesische Polizisten posieren neben Verkäufern, die sich die Felle umgehängt haben. Dies sei umso mehr zu verurteilen, weil China auf dem Papier strenge Gesetze gegen den Handel mit bedrohten Tierarten verabschiedet habe, erklärte Belinda Wright, die Vorsitzende der indischen Tierschutzgesellschaft. In Indien wiederum habe eine schwerfällige Bürokratie bislang jeden wirksamen Schutz der Tiger verhindert.
Tiger wurden in Asien über Jahrhunderte hinweg getötet, weil sie in der traditionellen Medizin eine wichtige Rolle spielen. Auch wurden Tigerfelle zu festlicher Kleidung verarbeitet, ferner waren sie stets als Souvenir beliebt. Nach Expertenschätzungen gab es 2001 noch 5.000 bis 7.000 Bengalische Tiger in freier Wildbahn, etwa die Hälfte davon in Indien. Umweltschützer schätzen, dass es inzwischen nur noch höchstens 2.000 Tiere gibt.
(AP)