Aktuelle Nachrichten – International
06.01.2006
Rom - Am Horn von Afrika droht nach Angaben der Vereinten Nationen eine neue Hungerkatastrophe von verheerendem Ausmaß. Millionen Menschen stünden nach einer Dürreperiode kurz vor dem Verhungern, und in Kenia habe es schon die ersten Todesfälle gegeben, erklärte die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) am Freitag in Rom. Demnach sind schätzungsweise elf Millionen Menschen in Somalia, Dschibuti, Äthiopien und Kenia auf Lebensmittelhilfe sowie Wasserlieferungen angewiesen.
Die Zerstörung landwirtschaftlicher Anbaugebiete infolge der Trockenheit werde noch verschärft von den anhaltenden bewaffneten Konflikten in der Region, erklärte der FAO-Wirtschaftsfachmann Schukri Ahmed. Dies hindere viele Nomaden daran, mit ihren Herden in fruchtbarere Gegenden weiter zu ziehen. Inzwischen habe sich die Dürre aber so weit ausgebreitet, dass ein Umherziehen auch von den räumlichen Ausmaßen her nicht mehr möglich sei. Mit Regen sei frühestens im März oder April zu rechnen, doch seien die Prognosen dafür nicht gut.
Aus dem Osten Kenias seien schon mindestens 30 Todesfälle infolge der Hungersnot gemeldet worden, sagte Ahmed weiter. In Dschibuti seien fast 150.000 Menschen - etwa ein Fünftel der Bevölkerung - von akuter Lebensmittelverknappung bedroht. Auch in den restlichen Ländern am Horn von Afrika sei Hilfe dringend notwendig. Dafür würden mehr als 40 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) benötigt. (AP)
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