Aktuelle Nachrichten – NTD Television
02.07.2011
Foto: NTD
Der Milliardär Cao Tian hoffte auf den Bürgermeistertitel von Zhengzhou, Hauptstadt der Zentralprovinz Henan. Am 6. Juni hatte er sein Vorhaben auf einem Mikroblog eines Freundes angekündigt. Jetzt gilt der 43-jährige Großindustrielle laut Berichten der Webseite canyu.org als vermisst.
Cao, Träger eines Doktortitels der Rechtswissenschaften, wollte viel für Zhengzhou tun. Er versprach anlässlich der Ankündigung seiner Kandiatur 100 Millionen Yuan - über 10 Millionen Euro - für die Bekämpfung der Korruption einzusetzen.
Doch könnten Caos politische Ambitionen vorbei sein, noch ehe sie begonnen haben. Die chinesische kommunistische Partei teilt ihre Macht nicht.
Die Webseite canyu.org berichtet, Behörden hätten eine Woche nach Caos Ankündigung begonnen, seine persönlichen und geschäftlichen Angelegenheiten zu untersuchen. Nun ist sein Verbleib unbekannt.
[Yao Lifa, Demokratie-Befürworter, Hubei]:
„Caos Kandidatur, die grosse öffentliche Beachtung findet, ist eine Bedrohung für die unangetastete Herrschaft [des kommunistischen Regimes]. Mehr Kandiaten führen zu Änderungen der Machtstrukturen der lokalen Behörden in China. Wenn Cao wegen seiner Kanditatur festgenommen wurde, hiesse das, dass die Behörden Angst vor einem Welleneffekt haben und dass mehr Wellen dieser [unabhängigen] Kandiaten folgen werden."
Das Chinesische Volk hat bis Ende nächsten Jahres die Möglichkeit, über zwei Millionen Abgeordnete in den lokalen Volkskongress zu „wählen“. Diese lokale Regierung wird alle fünf Jahre gewählt. Die Wahlen sind jedoch grösstenteils symbolisch, da die Kanditaten üblicherweise von der Chinesischen Kommunistischen Partei ernannt werden.
Cao ist einer der wenigen „unabhängigen Kandidaten“ bei den neuesten Wahlen. Es bleibt abzuwarten, ob damit demokratischer Fortschritt in China entstehen kann. Im April wurde Liu Ping, Kandidatin in der Provinz Jiangxi, durch die Behörden schikaniert und von der Kandidatur für die lokalen Wahlen abgehalten.
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