Tübingen - Der Verband der Universitätskliniken Deutschlands (VDU) hat im Zusammenhang mit den erneut gescheiterten Tarifverhandlungen für die Krankenhausärzte massive Kritik an den Ländern geübt. Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) «hat kein strategisches Konzept, ist nicht einigungsfähig und weitgehend führungslos», sagte der VDU-Vorsitzende Rüdiger Strehl am Sonntag in Tübingen. Die baden-württembergischen Unikliniken forderten ihre Landesregierung auf, aus der TdL auszutreten.
Nach 26-stündigen ununterbrochenen Verhandlungen mit der Ärztegewerkschaft Marburger Bund hatte die TdL am Samstag trotz eines einigungsfähigen Kompromissvorschlages in letzter Sekunde einen Rückzieher gemacht. Bereits 22 Stunden zuvor hatten die VDU-Vertreter aus Verärgerung über die internen Probleme der TdL die Verhandlungen verlassen.
«Eine Lösung kann nur darin liegen, die TdL sofort von der Aufgabe zu entbinden und die Tarifzuständigkeit an die Vorstände der Universitätsklinika zu übertragen», erklärte Strehl. Nach seinen Worten ist es «nicht länger einzusehen, dass Patienten und Großbetriebe von solchen Strukturen eines überkommenen und überforderten Föderalismus abhängig sind und darunter leiden».
Der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Frank Ulrich Montgomery, bezeichnete die Unterbrechung der praktisch abgeschlossenen Tarifverhandlungen am Sonntag als «Ausdruck von Staatsversagen». Nun habe die TdL am Dienstag in Köln eine letzte Chance, die bereits ausgehandelten Eckpunkte in ein unterschriftsreifes Angebot zu gießen und die Ärztestreiks zu beenden. Für den (morgigen) Montag kündigte Montgomery eine massive Verschärfung der Streiks an den Unikliniken Heidelberg, Freiburg und Tübingen an.
(AP)
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