Aktuelle Nachrichten – Essen&Trinken
28.07.2012
Foto: Sean Gallup/Getty Images
Berlin- Lebensmittel wie Gemüse und Obst in Städten selbst zu produzieren, liegt im Trend: "Urban gardening" oder "guerilla gardening" nennen junge Großstädter das Gärtnern und die Lebensmittel-Erzeugung auf Brachflächen. Nach Expertenansicht fehlt es dabei oft an Sorgfalt. "Bei den modernen 'Urban Gardeners' ist das Wissen über Ansprüche von Pflanzen im Gegensatz zu Kleingärtnern oft noch nicht sehr ausgeprägt", sagte Agraringenieur Armin Werner, Projektleiter der "Kampagne Urban Gardening 2.0" am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg im Vorfeld der Branchenmesse GaLaBau (12. bis 15. September in Nürnberg).
Man müsse auch die Belastung durch Feinstaub beachten, wenn man später gesundes Gemüse ernten will. Werner zufolge sollten die Hobby-Gärtner sich zudem mit der Vorgeschichte des Bodens befassen und erst dann anbauen. "Das Umweltamt hat bereits in den 80er-Jahren Gemüse untersucht, das unweit des Berliner Kurfürstendamms in Industriebrachen geerntet wurde", sagte Werner. "Die Ergebnisse waren nicht erfreulich." Bei den Gemüsearten, die im städtischen Raum angepflanzt werden können, rät der Experte von Bodengemüse ab. "Kohlrabi und Möhren etwa speichern Schadstoffe nicht im Grün, sondern im Fruchtkörper." Salate seien unbedenklicher, wenn man sie vor dem Verzehr gründlich wäscht. Die Belastung der Lebensmittel durch Luftschadstoffe sei aber in jedem Fall zu prüfen.
Flughafen Tempelhof als Gemüsebeet
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